Auf diesem von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellten Foto spricht Nordkoreas Führer Kim Jong Un während einer Versammlung der Arbeiterpartei in Pjöngjang.
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Auf diesem von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellten Foto spricht Nordkoreas Führer Kim Jong Un während einer Versammlung der Arbeiterpartei in Pjöngjang.

Ernährung der Bevölkerung

Nordkorea: Kim Jong-un warnt vor „angespannter“ Lage – Droht eine Hungersnot?

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    VonAnna-Katharina Ahnefeld
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Das isolierte ostasiatische Land steht unter Druck. Corona, internationale Sanktionen und Naturkatastrophen sorgen für eine desaströse Ernährungslage.

Pjöngjang - Corona-Pandemie, Sanktionen und Naturkatastrophen haben Nordkorea hart getroffen. Ein Bericht der Vereinten Nationen vom März 2021 schreibt von „Hungersnöten“ und „Exekutionen“ bei Verstößen gegen Corona-Auflagen. Das autoritär von Machthaber Kim Jong-un regierte ostasiatische Land ist offenbar aktuell massiv den wirtschaftlichen Folgen durch den „drastischen Rückgang von Handel und Gewerbe“ ausgesetzt - das kommentierte ein Sonderberichterstatter für die Menschenrechtslage in Nordkorea. Weiter schrieb er von „Hungertoten“ und einer steigenden Zahl an Kindern und Älteren, die durch Betteln zu überleben versuchten. Nun hat sich Kim selbst zu Wort gemeldet. Und warnte die Bevölkerung vor einer schlechteren Versorgung mit Nahrungsmitteln.

Die Ernährungslage sei „angespannt“, sagte der Diktator der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zufolge am Mittwoch bei einer Plenarsitzung des Zentralkomitees der regierenden Arbeiterpartei. Trotz der Zunahme der Industrieproduktion um 25 Prozent im Vergleich zu 2020 habe die Wirtschaft eine „Reihe von Abweichungen von der Norm“ verzeichnet, so Kim Jong-un in Pjöngjang. Maßnahmen zur Lösung des Problems sollten ergriffen werden, so seine Anweisung an die Teilnehmenden. Auch stimmte er die Menschen in Nordkorea auf eine Verlängerung der strengen Abschottungs- und Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie ein. Der jetzige „perfekte Anti-Epidemie-Zustand“ müsse aufrechterhalten werden, so Kim.

Nordkorea: Diktator Kim Jong-Un räumt schlechte Lebensmittelversorgung ein

Aufgrund seiner Atomwaffen- und Raketentests ist das autoritär regierte Land mit internationalen Sanktionen belegt. Diese belasten die nordkoreanische Wirtschaft schwer. Die Folgen der Corona-Pandemie und mehrere Wirbelstürme vergangenes Jahr, die zu einer Verschlechterung der Situation beitrugen, kommen erschwerend hinzu. „Die Ernährungslage der Bevölkerung ist angespannt, weil der Agrarsektor wegen der Zyklonschäden im vergangenen Jahr seinen Produktionsplan für Getreide nicht erfüllt hat“, sagte Kim laut KCNA. Die nordkoreanische Landwirtschaft müsse besser vor den Folgen von Naturkatastrophen geschützt werden. Eine gute Ernte habe „oberste Priorität“.

Die südkoreanische Regierung schätzt, dass Nordkorea in diesem Jahr 1,2 bis 1,3 Millionen Tonnen Nahrungsmittel für eine halbwegs ausreichende Versorgung der Bevölkerung fehlen. Dennoch sehen Beobachtende bisher keine Anzeichen für eine neue Hungersnot wie in den 1990er Jahren. Dieser fielen Schätzungen zufolge Hunderttausende Nordkoreanerinnen und Nordkoreaner zum Opfer. (aka mit Agenturen)

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