Kommission des Bildungsministeriums

Kim Jong Un ließ offenbar hochrangigen Mitarbeiter exekutieren - wegen eines Satzes

  • Astrid Theil
    vonAstrid Theil
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Ein hochrangiger Mitarbeiter des nordkoreanischen Bildungsministeriums soll nach Angaben eines Berichts hingerichtet worden sein. Er hatte zuvor Kritik geübt.

Pjöngjang - Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un soll die Exekution des Leiters einer Kommission zum Thema Fernunterricht angewiesen haben. Laut eines Berichts der südkoranischen „Daily NK“ soll Kim Jong Un im vergangenen Jahr eine Kommission innerhalb des Bildungsministeriums gegründet haben, um den Fernunterricht an Universitäten zu fördern.

Der Leiter dieser Kommission soll sich in den darauffolgenden Monaten wiederholt über die Zustände in der Kommission beschwert haben. Diese habe zu viel Arbeit und zu wenig Ressourcen. Über den Leiter mit dem Namen Park ist nur bekannt, dass er zwischen 50 und 60 Jahre alt ist.

Nordkorea: Leiter der Kommission für Fernlehre an Hochschulen hingerichtet

„Ich kann nicht nachvollziehen, warum diese Kommission geschaffen und viel beschäftigte Professoren von ihren Jobs abgehalten werden, wenn uns keine Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.“ Diese Kritik soll Park geäußert haben. Darüber hinaus soll es bemängelt haben, dass der anvisierte Distanzunterricht erst in ferne Zukunft realisierbar sei, da es den Hochschulen an der nötigen digitalen Ausstattung fehle.

Da seine Kritik scheinbar nicht ernst genommen wurde, soll Park die Arbeit der Kommission nicht mehr ernst genommen zu haben: „Auch wenn wir gute Vorschläge machen, sagen sie uns, dass wir den Mund halten sollen. Lasst uns also einfach die Tagesordnungspunkte besprechen und nach Hause gehen.“

Kim Jong Un duldet keine Kritik: Hinrichtung eines hochrangigen Mitarbeiters

Das schien der nordkoreanische Diktator nicht toleriert zu haben. Park wurde laut des Berichts daraufhin exekutiert. Wann dies genau passierte, ist allerdings nicht bekannt. Darüber hinaus habe eine Untersuchung der „Abteilung für Organisation und Führung“ der herrschenden Arbeiterpartei Nordkoreas der Kommission eine mangelnde Arbeitsmoral attestiert. Daher soll diese nun umstrukturiert werden und in Zukunft täglich in Form von Videogesprächen tagen.

Kim Jong Un will die Aufgaben, mit denen er die Kommission ursprünglich betraut hatte, nun selbst übernehmen und sich um Reformen in Nordkorea kümmern. Dies soll er gegenüber den neuen Kommissionsmitgliedern in einer handschriftlichen Mitteilung angekündigt haben: „So wie ich Kommandeur im Kampf um die Wiederaufforstung unserer Wälder wurde, werde ich nun auch Kommandeur der weitsichtigen großen Politik für nationale Bildung“. at

Rubriklistenbild: © dpa

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