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Nordkorea: Geheimdienst-Oberst läuft über und enthüllt bizarre Machenschaften Kim Jong-uns

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Auf diesem von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellten Bild spricht Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, während einer Ausstellung von Waffensystemen.
Auf diesem von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zur Verfügung gestellten Bild spricht Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, während einer Ausstellung von Waffensystemen. © --

Ein ehemaliger ranghoher Regierungsbeamter gibt tiefe Einblicke in die Geschäfte Nordkoreas. Im Zentrum: Staatlich organisierter Drogenhandel.

Pjöngjang – Eingeweihte sprechen nur selten offen über die Machenschaften von Nordkoreas Diktator Kim Jong-un. Auch, wenn immer wieder irritierende Meldungen aus dem isolierten Staat an die Weltöffentlichkeit dringen. Noch seltener sind ranghohe Regierungsangestellte, die überlaufen und Staatsgeheimnisse enthüllen. Das ist lebensgefährlich. Entsprechend verschweigt die britische Rundfunkanstalt BBC News in einem aktuellen Artikel den echten Namen ihrer Quelle. Was diese berichtet, wirft ein alarmierendes Schlaglicht auf mutmaßliche Drogen-, Waffen- und Schattengeschäfte Nordkoreas.

Der von der BBC zitierte Geheimdienst-Oberst gibt an, innerhalb von 30 Jahren bis in die höchsten Zirkel der nordkoreanischen Geheimdienste aufgestiegen zu sein. Diese bezeichnet er als „Augen, Ohren und Gehirn des Obersten Anführers“. Was er aus seiner Zeit dort preisgibt, ist aufsehenerregend. So habe er Auftragsmörder entsandt, um unliebsame Kritikerinnen und Kritiker zu eliminieren und sogar ein Drogen-Labor aufgebaut, um Geld in die Staatskassen fließen zu lassen.

Nordkorea: Kim Jong Uns Geheimdienst-Oberst läuft über und enthüllt bizarre Machenschaften

Sich selbst beschreibt Kim Kuk-song, der Name wurde von BBC geändert, als „rotester der Roten“, als loyalen nordkoreanischen Kommunisten, der dem System diente. Doch auch das offenbar keine Garantie für seine Sicherheit und die seiner Familie. 2014 floh Kim nach Südkorea und arbeitet dem Bericht zufolge für den südkoreanischen Geheimdienst.

Was er beschreibt, ist eine Regierung, die mit allen Mitteln versucht, an Geld zu kommen. Sei es durch Drogengeschäfte, aber auch durch Waffen-Exporte in den Nahen Osten und in afrikanische Staaten. Desweiteren behauptet der angebliche Überläufer, die Spionage- und Cybernetzwerke Nordkoreas seien in der Lage, sämtliche Staaten zu infiltrieren. Die BBC selbst stellte gleichwohl klar, dass es nicht möglich sei, alle Anschuldigungen zu verifizieren. Jedoch sei es gelungen, die Identität ihrer Quelle zu bestätigen und erhärtende Indizien für dessen Behauptungen zu finden.

Brisant sind vor allem die tiefen Einblicke, die der ehemalige Oberst in die Drogengeschäfte Nordkoreas gibt. In den 90er-Jahren während der katastrophalen Hungerperiode sei die Anweisung ergangen, „revolutionäre Gelder“ für den Obersten Führer aufzubringen. Drogengeld.

Drogengeschäfte in Nordkorea: Ehemaliger Oberst gibt schockierende Einblicke in das Sytem

„Nachdem ich mit der Aufgabe beauftragt worden war, habe ich drei Ausländer nach Nordkorea geholt, und im Ausbildungszentrum des 715-Verbindungsbüros der Arbeiterpartei eine Produktionsbasis aufgebaut und Drogen hergestellt“, so Kim. Dabei habe es sich um Crystal Meth gehandelt. Das Geld selbst habe jedoch nicht seinen Weg zur Bevölkerung gefunden, die zu Tausenden an den Folgen der Nahrungsmittelknappheit starben. Manche Quellen gehen von Hunderttausenden bis zu einer Million aus. Denn: „Das gesamte Geld in Nordkorea gehört dem nordkoreanischen Führer“, sagt dazu Kim.

Kim selbst führte seinen Angaben zufolge ein privilegiertes Leben in Nordkorea. Bis 2011 Kim Jong-un an die Macht kam und die alten Eliten teilweise als Gefahr ansah. Eine Säuberungsaktion folgte. So ordnete er an, seinen Onkel Jang Song-thaek zu exekutieren. „Ich war mehr als überrascht, es war ein tödlicher Schlag und ich war entsetzt“, so Kim. „Ich habe sofort Lebensgefahr gespürt. Ich wusste, dass ich in Nordkorea nicht mehr existieren konnte.“ Seit 2014 lebt er mit seiner Familie in Südkorea. Seitdem habe sich in Nordkorea seinen Angaben nach nichts geändert. „Die Strategie, die wir aufgestellt haben, wird fortgesetzt. Was Sie wissen müssen, ist, dass sich Nordkorea nicht um 0,01 Prozent verändert hat.“ (aka)





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