1. Startseite
  2. Politik

Kim Jong-un kündigt nach Raketentest Aufrüstung an - und liefert skurriles Lederjacken-Video

Erstellt:

Von: Linus Prien

Kommentare

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hat sich in einem Video bei einem Raketentest präsentiert. Daraufhin kündigte er die weitere Aufrüstung von Nordkorea an.

Pjöngjang - Wenige Tagen nach dem Test einer neuartigen ballistischen Interkontinentalrakete hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un eine weitere Aufrüstung seines Landes angekündigt. Nordkorea könne die „Bedrohungen und Erpressungen der Imperialisten“ nur dann eindämmen und kontrollieren, wenn es mit „einer gewaltigen Schlagkraft und mit überwältigender Militärmacht ausgestattet ist, die von niemandem gestoppt werden kann“, sagte Kim am Montag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Der Raketentest war in einem Propagandavideo festgehalten worden. Im Video zu sehen ist Kim Jong-un in einer Lederjacke beim Beaufsichtigen des Raketenstarts.

Nordkorea hat wieder mit Waffentests begonnen

„Wir werden weiterhin das Ziel verfolgen, die nationalen Verteidigungsfähigkeiten zu stärken“, fügte Kim hinzu. Er äußerte sich den Angaben zufolge bei einem Treffen mit Arbeitern, die an dem jüngsten Raketentest beteiligt waren. Kim hatte den Testabschuss einer neuartigen ballistischen Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-17 am Donnerstag laut KCNA persönlich überwacht.

Die nordkoreanische Armee hatte Ende 2017 mehrere Tests mit einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-15 vorgenommen. Danach verzichtete Nordkorea, das wegen seines Atomwaffen-Programms international isoliert ist, auf weitere Tests von Interkontinentalraketen. Seit Januar hatte die Führung in Pjöngjang aber angedeutet, sie könnte ihr selbst auferlegtes Moratorium für derartige Tests aufheben

Nordkorea: Internationale Reaktionen auf die Raketentests

Die USA haben nach dem jüngsten nordkoreanischen Raketentest eine Verschärfung der UN-Sanktionen gegen Pjöngjang gefordert. „Die Vereinigten Staaten fordern alle Mitgliedstaaten auf, die bestehenden Resolutionen des Sicherheitsrates vollständig umzusetzen“, sagte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, am Freitag während einer Sitzung des höchsten UN-Gremiums. Wegen der „zunehmend gefährlichen Provokationen“ Nordkoreas würden die USA eine Resolution im Sicherheitsrat einbringen, um das 2017 beschlossene „Sanktionsregime zu aktualisieren und zu stärken“.

Damals sei beschlossen worden, dass im Falle eines erneuten Tests einer Interkontinentalrakete weitere Maßnahmen ergriffen würden. „Genau das ist nun geschehen. Deshalb ist es jetzt an der Zeit, diese Maßnahmen zu ergreifen“, betonte Thomas-Greenfield.

China mahnte jedoch zu „Besonnenheit und Vernunft“. „Keine Partei sollte Maßnahmen ergreifen, die zu größeren Spannungen führen würden“, sagte Chinas UN-Botschafter Zhang Jun. Peking toleriert die Raketentests unter anderem, weil Nordkorea ein wichtiger Pufferstaat für China ist. Russland warnte davor, die Sanktionen zu verschärfen. Diese würden „über den Rahmen der Unterbindung der Finanzierung“ des nordkoreanischen Raketen- und Atomprogramms hinausgehen und „die nordkoreanische Bevölkerung vor unannehmbare sozioökonomische und humanitäre Probleme stellen“. (AFP/lp)

Auch interessant

Kommentare