Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un (Archivbild)
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un (Archivbild)

Sorge über Atomwaffenprogramm

Kim Jong-uns Schwester wischt Hoffnungszeichen mit Spott vom Tisch: USA vor „größerer Enttäuschung“

Seit Joe Biden in den USA reagiert, verhält sich Nordkorea abwartend. Eine Äußerung Kim Jong-uns wurde als Hoffnungszeichen gedeutet - das dessen Schwester nun vom Tisch wischt.

Seoul - Sind baldige Gespräche mit Nordkorea über das Atomwaffenprogramm des Landes nur ein Wunschtraum der USA? So stellt es nun jedenfalls die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un dar - und zerstört damit Hoffnungen auf amerikanischer Seite.

Den USA unterstellte Kim Yo-jong, falsche Erwartungen zu hegen. Diese würden die Vereinigten Staaten nur „in größere Enttäuschung“ stürzen, zitierten Staatsmedien die Funktionärin der in Nordkorea herrschenden Arbeiterpartei am Dienstag. Sie spielte auf Äußerungen des Nationalen Sicherheitsberaters von US-Präsident Joe Biden, Jake Sullivan, an. Sullivant hatte zuletzt von einem „interessanten Signal“ aus Pjöngjang gesprochen.

Nordkoreas Regierung will sich auf „Dialog und Konfrontation“ mit den USA vorbereiten - was heißt das konkret?

Kim Jong-un sagte in der vergangenen Woche bei einem Parteitreffen, seine Regierung müsse sich auf „Dialog und Konfrontation“ mit den USA vorbereiten. In Südkorea wurde dies als Zeichen für seine Dialogbereitschaft verstanden - aber auch als indirekter Aufruf, konkrete Anreize für Verhandlungen zu schaffen.

Ein koreanisches Sprichwort besage: „Es zählt mehr, wie ein Traum gedeutet wird als ihn zu haben“, sagte Kims Schwester nun den Berichten zufolge. Die USA schienen die Lage in der Weise zu deuten, um sich selber zu trösten.

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USA bieten Nordkorea Gespräche ohne Vorbedingungen an

In Südkorea setzte der US-Sonderbeauftragte für Nordkorea, Sung Kim, seine Gespräche über das weitere Vorgehen im Atomstreit fort. Am Montag hatte er der weitgehend isolierten Führung in Pjöngjang Gespräche ohne jede Vorbedingung angeboten. Er hoffe auf eine positive Antwort. Er betonte zugleich, die USA setzten die UN-Sanktionen gegen Nordkorea weiter um. Die Verhandlungen zwischen beiden Ländern kommen seit einem gescheiterten Gipfeltreffen 2019 in Vietnam - damals noch mit Donald Trump als US-Präsident - nicht mehr voran.

Seit dem Machtwechsel in Washington verhält sich Pjöngjang abwartend. US-Vertreter beschrieben den amerikanischen Ansatz unter dem jetzigen Präsidenten Joe Biden als „abgestufte praktische Herangehensweise“, um eine Verhandlungslösung zu finden. Details wurden dazu bisher nicht bekannt. (dpa/cibo)

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