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Nordkorea könnte internationale Krise für Atomwaffenentwicklung nutzen

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Südkoreas Vereinigungsminister Kwon Young Se in bei seiner Vereidigungszeremonie in Seoul.
Südkorea sorgt sich schon seit langer Zeit über einen möglichen Ausbau des Atomwaffenarsenals seines Nachbarlandes © Kyodo News / IMAGO

Nach Einschätzungen von Südkoreas neuem Vereinigungsminister Kwon Young Se könnte Nordkorea die aktuelle Krisensituation der Welt nutzen, um den Ausbau seines Atomwaffenarsenals voranzutreiben.

Seoul - Nordkorea versuche, «diese Kluft, den Riss in der Struktur der internationalen Landschaft auszunutzen, indem es die Entwicklung seiner Nuklearfähigkeiten verstärkt», sagte Südkoreas neuer Vereinigungsminister Kwon Young Se am Montag in Seoul. Zu den Herausforderungen für die internationale Sicherheit zählte er auch den stärker werdenden Wettbewerb zwischen den USA und China.

Der Streit um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ist weltweit einer der gefährlichsten Konflikte. Seit Anfang dieses Jahres hat das Land bereits mehrfach Raketen einschließlich Interkontinentalraketen getestet, die einen Atomsprengkopf tragen können. Das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri schätzt in seinem aktuellen Jahresbericht, dass Nordkorea 20 fertige Sprengköpfe gelagert hat.

Kwon rief China und andere Länder auf, das weithin isolierte Nordkorea von einem befürchteten neuen Atomtest abzuhalten. China sei eines der wenigen Länder, die Einfluss auf Pjöngjang ausüben könnten. Von seiner Zeit als Botschafter in Peking (2013 bis 2015) wisse er, dass China gegen Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel sei.

Nach Angaben der USA und Südkoreas gibt es bereits seit längerem Anzeichen dafür, dass Nordkorea Vorbereitungen für einen neuen Atomtest abgeschlossen hat. Was jetzt noch übrig bleibe, um den Test durchzuführen, sei eine «politische Entscheidung» Pjöngjangs, sagte Kwon. Nordkorea hatte zwischen 2006 und 2017 auf seinem Atomtestgelände im Norden des Landes sechs Testexplosionen durchgeführt. (dpa)

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