Zwei „Eurofighter“ in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt

Zwei „Eurofighter“ in Mecklenburg-Vorpommern abgestürzt
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US-Kampfjets auf einer Militärbasis in der Industriestadt Gunsan. Das nun gestartete Manöver dauert bis Freitag. 

Militärmanöver in Südkorea

Probt Trump für den Präventivschlag?

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Die USA und Südkorea haben am Montag ihre bislang größte gemeinsame Luftwaffenübung gestartet. Nordkorea fühlt sich provoziert, ein US-Senator will amerikanische Familien evakuieren. Rückt ein Krieg näher?

München – Übersetzt klingt es ein bisschen ungelenk, aber man versteht schon, was gemeint ist. „Vigilant Ace“, wachsames Ass – so heißt das groß angelegte Militärmanöver, das die USA und Südkorea am Montag begonnen haben. Es findet jedes Jahr statt, aber von Routine kann 2017 keine Rede sein: Vielmehr soll die Übung dem militanten Nordkorea zeigen, dass seine Gegner nicht schlafen.

Wohl auch deshalb ist das Aufgebot riesig: 12 000 Soldaten und 230 Kampfflugzeuge, einschließlich F-35-Tarnkappen-Jets der USA, nehmen an dem fünftägigen Manöver teil. Zwar betont Südkorea dessen „defensive Natur“. Ein Sprecher des Vereinigungsministeriums verhehlt aber nicht, dass auch Kriegsszenarien trainiert werden; darunter präzise Angriffe auf nordkoreanische Nuklearanlagen.

Der Konflikt zwischen der international isolierten Kim-Diktatur und den Vereinigten Staaten schwelt seit Monaten, das Eskalations-Level ist konstant hoch. Manche halten das Manöver deshalb für einen weiteren Teil des großen Pingpong-Spiels zwischen den Kontrahenten. Aber stimmt das? Oder laufen die Parteien auf einen Krieg zu?

Nordkorea fühlt sich in dem bis dato kalten Konflikt chronisch bedroht – und das Gefühl wächst, je näher die USA seiner Grenze kommen. Mit Blick auf die Militärübung sprach das Außenministerium am Samstag von einer „offenen und umfassenden Provokation“ und beschuldigte die Amerikaner, „um einen Atomkrieg zu betteln“. Dass das Land selbst wenige Tage zuvor eine Interkontinentalrakete getestet und verkündet hatte, es könne nun das US-Festland erreichen, blieb unerwähnt.

Dabei ist dieser Teil der Geschichte besonders wichtig. „Nordkorea hat unerwartet starke Fortschritte bei seinen Interkontinentalraketen gemacht“, sagt Hanns Günther Hilpert, der bei der Stiftung Wissenschaft und Politik die Forschungsgruppe Asien leitet. Zwar ist die Leistungsfähigkeit der Raketen umstritten. Fraglich ist zum Beispiel, ob sie überhaupt Atomsprengköpfe transportieren könnten. Sollte sich die Entwicklung einer Atomrakete nicht abwenden lassen, sagt Hilpert, könne es irgendwann zu einem Präventivschlag der USA kommen. „Die jetzige Übung ist eine erste Vorbereitung auf einen möglichen kriegerischen Konflikt.“

Manche fordern schon jetzt Konsequenzen: Der republikanische Senator Lindsey Graham hat im TV-Sender CBS den Abzug von Familienangehörigen des US-Militärs aus Südkorea ins Spiel gebracht. Angesichts der Provokationen Nordkoreas sei es „verrückt, Kinder und Ehefrauen nach Südkorea zu schicken“, sagte er. Derzeit sind 28 500 US-Soldaten in Südkorea stationiert. In dem Gespräch sprach Graham auch von einem sich anbahnenden Präventivkrieg.

Wie der aussehen könnte, ist offen. Allerdings würde es wohl vor allem darum gehen, die Nukleardepots der Nordkoreaner unschädlich zu machen. Dazu wären etwa Langstreckenbomber, Typ B-1B, fähig. Sie wurden im Kalten Krieg entwickelt, um Präzisionsbomben im Tiefflug ins Hinterland des Feindes zu tragen. Laut südkoreanischen Medienberichten könnten sie bei der aktuellen Übung zum Einsatz kommen.

Die Drohgebärden werden deutlicher – und die Akteure nervöser. Die Chinesen riefen die Beteiligten zur Zurückhaltung auf. Ein Sprecher des Außenamts sagte, die Lage auf der koreanischen Halbinsel sei „höchst sensibel“. Ob ein Verzicht auf die Übung aber zu mehr Stabilität geführt hätte, ist fraglich. „Das Manöver ist nicht nur klug, sondern auch notwendig“, sagt Patrick Köllner, Direktor des GIGA Instituts für Asien-Studien. „Es nicht durchzuführen, hieße, sich Karten aus der Hand nehmen zu lassen.“ Es gehe vor allem darum, ein Signal der Wehrhaftigkeit zu senden. An eine unmittelbare Eskalation glaubt Köllner nicht: „Das Manöver wird die Situation zwischen den Parteien nicht qualitativ verändern.“

Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg scheint überzeugt, dass militärisches Eingreifen vorerst nicht nötig sein wird. Die Nato habe es über Jahrzehnte geschafft, mit Abschreckung militärische Konflikte zu verhindern, sagte er. Dennoch wird die Nordkorea-Krise heute Thema beim Nato-Außenministertreffen in Brüssel sein. Thema: der jüngste Raketentest.

mit dpa

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