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Mike Pence (vorne) und Vertreter des nordkoreanischen Staatsapparats kamen sich bei den Olympischen Spielen zumindest räumlich nahe.

Nach Kritik des US-Vizepräsidenten

Brisant: Nordkorea lässt Geheimtreffen mit Pence in letzter Minute platzen

US-Vizepräsident Mike Pence und die nordkoreanische Delegation haben während der Olympischen Spiele in Südkorea ein geheimes Treffen ins Auge gefasst, das nach US-Angaben von Pjöngjang in letzter Minute abgesagt worden ist.

Pjöngjang - Grund für den Rückzieher sei die deutliche Kritik von Pence an massiven Menschenrechtsverletzungen und anderen Missständen in Nordkorea gewesen, teilte ein Sprecher des Vize-Präsidenten am Dienstag mit.

Bei dem Besuch von Pence in Pyeongchang habe sich die Möglichkeit für eine kurze Begegnung mit den Leitern der nordkoreanischen Delegation ergeben, teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, in Washington mit. Pence sei dazu bereit gewesen, aber "in letzter Minute" hätten Vertreter Nordkoreas beschlossen, das Treffen nicht stattfinden zu lassen. "Wir bedauern ihr Scheitern, diese Gelegenheit zu nutzen", fügte Nauert hinzu.

Pence sei in Südkorea gewesen, um die Entschlossenheit der USA als Verbündeter Seouls zu zeigen und die US-Athleten zu unterstützen, erklärte Nauert weiter. Der Vize-Präsident sei bereit gewesen, die Möglichkeit zu einem Treffen mit Vertretern aus Pjöngjang zu nutzen, "um die Notwendigkeit zu untermauern, dass Nordkorea seine illegalen Raketen- und Atomprogramme aufgeben muss". Pjöngjang habe das Treffen abgesagt, nachdem Pence dem "mörderischen Regime" Missbrauch vorgeworfen habe.

Pence-Sprecher: „Weltbühne für nordkoreanische Propaganda“

Der Sprecher von Pence, Nick Ayers, sagte, Nordkoreas Führung habe ein Treffen in Aussicht gestellt "in der Hoffnung, dass der Vizepräsident seine Botschaft abmildert, was die Weltbühne für ihre Propaganda während der Olympischen Spiele geschaffen hätte". Stattdessen habe Pence sich jedoch mit Überläufern aus Nordkorea getroffen und Fred Warmbier empfangen, dessen Sohn Otto an den Folgen seiner Haft in Nordkorea gestorben war.

Ferner habe Pence die Menschenrechtsverletzungen, die Versklavung von hunderttausenden Nordkoreanern sowie das Atom- und Raketenprogramm angesprochen und eine neue Runde harter wirtschaftlicher Sanktionen gegen Pjöngjang angekündigt.

Trotz der Warnungen des US-Vizepräsidenten hatte Nordkoreas Machthaber Kim Jon Un dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In über seine Schwester Kim Yo Jong eine Einladung zukommen lassen. Kims Schwester hatte mit dem protokollarischen Staatsoberhaupt Kim Yong Nam die nordkoreanische Delegation bei der Eröffnungsfeier angeführt.

Auf einen Handschlag wurde verzichtet

Pence und die Delegation aus Nordkorea hatten während der Eröffnungsfeier in Pyeongchang nah beieinander gesessen, aber keinen Kontakt aufgenommen. Auch bei einem Empfang schüttelte Pence dem protokollarischen Staatsoberhaupt Nordkoreas nicht die Hand.

Pence war nach eigenen Angaben zusammen mit Fred Warmbier nach Südkorea gereist, "um die Welt an die Gräueltaten zu erinnern, die in Nordkorea geschehen". Otto Warmbier war 2016 als Student bei einer Reise nach Pjöngjang wegen des Diebstahls eines Plakats verhaftet worden. Der 22-Jährige wurde zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt und später aus ungeklärten Umständen im Zustand des Komas freigelassen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA starb er.

In den vergangenen Monaten hatte sich der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm verschärft. Die Führung in Pjöngjang verstieß mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte in mehreren Runden die Strafmaßnahmen gegen das abgeschottete Land. Zudem lieferten sich Kim und US-Präsident Donald Trump über Monate mit Beleidigungen gespickte Wortgefechte.

afp

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