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Nordkorea beunruhigt mit Raketentests - nun legt Kim Jong Un gegen Biden nach

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un während einer Parlamentssitzung in Pjöngjang.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un provozierte mit dem mutmaßlichen Test einer Hyperschall-Rakete. Gespräche mit den USA verurteilte er stark. © Uncredited/KCNA via KNS via AP/dpa

Nordkorea provozierte mit dem Test einer neu entwickelten Hyperschallrakete. US-Präsident Joe Biden bot Machthaber Kim daraufhin Gespräche an - doch der wehrte scharf ab.

Pjöngjang - Der Tonfall zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dem Westen verschärft sich weiter. Am Dienstag (28. September) provozierte Nordkorea das verfeindete Südkorea und westliche Staaten mit mehreren umstrittenen Raketentests. Nach eigenen Angaben testete Pjöngjang eine neu entwickelte Hyperschall-Rakete des Typs Hwasong-8. Die US-Regierung bot Pjöngjang daraufhin Gespräche an - doch Machthaber Kim wies das Angebot scharf zurück.

Staatsmedien feierten den Raketentest als Schritt von „großer strategischer Bedeutung“. Nordkorea wolle seine Verteidigungskapazitäten um ein „Tausendfaches“ erweitern, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. Das US-Gesprächsangebot bezeichnete Kim laut Staatsmedienberichten vom Donnerstag (30. September) als „reine Fassade“. Damit wollten die Vereinigten Staaten ihre „Unehrlichkeit und ihr feindseliges Handeln“ verschleiern, sagte er.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un spricht von Machtmissbrauch der USA

Seit Beginn von Joe Bidens Präsidentschaft hob die Regierung in Washington immer wieder ihre Gesprächsbereitschaft gegenüber der selbsternannten Atommacht Nordkorea hervor. Um ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen, sei Washington jederzeit bereit, Vertreter Pjöngjangs überall und ohne Vorbedingungen zu treffen, betonen US-Regierungsvertreter. Nordkorea wiederum zeigte erneut keinerlei Bereitschaft, sein Waffenarsenal aufzugeben.

Auch nach der Amtsübernahme von US-Präsident Biden habe sich nichts an der „militärischen Bedrohung“ durch die USA sowie deren „feindseliger Politik“ gegenüber Pjöngjang geändert, sagte Kim laut der Zeitung Rodong Sinmun in einer Rede vor den Mitgliedern der Obersten Volksversammlung. Der „internationale Frieden und die internationale Stabilität“ würden vom „Machtmissbrauch der USA und ihrer Anhänger“ bedroht. Über Südkorea sagte Kim, das Land befinde sich „in der Leibeigenschaft der USA“.

Nordkorea testet Hyperschall-Raketen - und zeigt weiterhin keine Gesprächsbereitschaft

Der mutmaßliche Hyperschall-Raketentest wurde international scharf verurteilt. Als Reaktion auf Kims Rede bekräftigte das US-Außenministerium jedoch seine Gesprächsbereitschaft gegenüber Pjöngjang. Die USA hegten keine feindseligen Absichten mit Blick auf Nordkorea, betonte ein Sprecher. Am Donnerstag kommt der UN-Sicherheitsrat wegen der Lage in Nordkorea zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Diplomatenkreisen erfuhr. Beantragt wurde das Treffen demnach von den USA, Großbritannien und Frankreich. Es soll hinter verschlossenen Türen stattfinden.

Die Entwicklung einer Hyperschall-Rakete gehörte laut Nachrichtenagentur KCNA zu den fünf „Top-Prioritäten“ des Fünf-Jahres-Plans der Führung in Pjöngjang im Rüstungsbereich. Mit Hyperschall werden Geschwindigkeiten oberhalb der fünffachen Schallgeschwindigkeit bezeichnet. Hyperschall-Raketen sind zudem flexibler als gewöhnliche Raketen, was ihre Zerstörung durch Raketenabwehrsysteme stark erschwert. (sf/AFP)

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