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Japan hatte bereits am Dienstag Abwehrraketen in Stellung gebracht

Alarmbereitschaft erhöht

USA: Noch diese Woche Rakete aus Nordkorea

Pjöngjang - Die USA und Südkorea rechnen noch diese Woche mit dem Abschuss einer Mittelstreckenrakete seitens Nordkorea. Alles deute auf ein Manöver hin. Die Alarmstufe wurde deshalb erhöht.

In Erwartung eines möglicherweise bevorstehenden nordkoreanischen Raketenstarts sind die Streitkräfte Südkoreas und der USA in erhöhter Alarmbereitschaft. Die Wachsamkeitsstufe der gemeinsamen Streitkräfte sei erhöht worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Mittwoch mit. Nach Berichten südkoreanischer Medien verstärken beide Länder damit ihre militärische Aufklärung gegenüber Nordkorea.

Südkorea und die USA vermuten, dass Nordkorea noch in dieser Woche eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von bis zu 4000 Kilometern von einer mobilen Startrampe von der Ostküste abfeuern wird. Ein solcher Schritte wäre eine deutliche Eskalation in der ohnehin stark angespannten Situation auf der koreanischen Halbinsel.

Nordkorea hat Mittelstreckenrakete an die Küste verlegt

Südkoreanische Soldaten fahren über eine Brücke nahe der Grenze zu Nordkorea

Das gemeinsame Kommando der amerikanisch-südkoreanischen Streitkräfte hob den Berichten zufolge das vierstufige Warnsystem „Watchcon“ für die Beobachtung militärischer Bewegungen in Nordkorea von Stufe drei auf zwei an. Die USA haben in Südkorea 28.500 Soldaten als Abschreckung gegen eine mögliche nordkoreanische Aggression stationiert.

Der Kommandeur der US-Streitkräfte im Pazifik, Admiral Samuel Locklear, hatte zuvor bestätigt, dass Nordkorea eine Mittelstreckenrakete des Typs „Musudan“ an die Ostküste des Landes verlegt habe. Die Rakete könnte theoretisch die US-Pazifikinsel Guam, jedoch nicht das amerikanische Festland treffen, sagte Locklear dem Streitkräfteausschuss des US-Senats in Washington.

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

So inszeniert sich Bubi-Diktator Kim Jong Un

Zudem bezeichnete Locklear den Test von Langstreckenraketen und Nuklearwaffen durch Nordkorea als unmittelbare Bedrohung. Es gehe davon eine „eindeutige und direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit Amerikas sowie für Frieden und Stabilität in der gesamten Region“ aus, sagte Locklear laut dem Fernsehsender CNN.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel gilt seit dem dritten Atomtest in Nordkorea im Februar als extrem gespannt. Pjöngjang hatte angesichts der Ausweitung von UN-Sanktionen und südkoreanisch- amerikanischer Militärmanöver den Waffenstillstandsvertrag von 1953 aufgekündigt, den USA einen atomaren Präventivschlag angedroht und den „Kriegszustand“ mit Südkorea ausgerufen.

Am Dienstag hatte Nordkorea allen in Südkorea lebenden Ausländern das Verlassen des Landes nahegelegt. Auch lässt Nordkorea inzwischen keine Arbeiter aus dem eigenen Land mehr in den gemeinsam mit Südkorea betriebenen Industriepark in Kaesong. Die Produktion in dem Gewerbekomplex in der nordkoreanischen Grenzstadt steht still.

Verteidigungsminister de Maizière: "Nicht vor Angst erzittern"

Verteidigungsminister Thomas de Maizière warnte vor Panikreaktionen angesichts der Drohungen Nordkoreas mit einem Atomangriff. „Wir sollten dem Regime in Nordkorea nicht den Gefallen tun, dass wir alle in Angst erzittern, denn das ist ja genau das, was es will“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Natürlich sei die Bedrohung ernst zu nehmen. Doch was Kim Jong Un wirklich vorhabe, wisse niemand.

„Sein Waffenpotenzial ist nicht ganz so, wie seine Propaganda das darstellt, aber Nordkorea ist Nuklearmacht“, erklärte de Maizière. Was bei Kim Ausdruck einer Strategie oder was Imponiergehabe sei, könne nur schwer beurteilt werden, und das mache die Sache so unberechenbar. „Unberechenbarkeit ist aber gerade bei Atomwaffen äußerst problematisch.“

dpa

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