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Nordkoreas Führung will einen eigenen Menschenrechts-Bericht vorlegen und mit "Vorurteilen und Missverständnissen" aufräumen.

Seltsame Kampagne

So will Nordkorea sein Image aufpolieren

Pjöngjang - Nordkoreas Führung ist unzufrieden mit dem Bild, das der Westen von dem Staat hat. "Vorurteile und Missverständnisse" sollen durch eine sehr positive Prognose ausgeräumt werden.

Nordkoreas Führung hat genug von den Anschuldigungen des Westens und will nun einen eigenen Menschenrechts-Bericht vorlegen, der dem Land eine "glänzende und rosige Zukunft" bescheinigt. Der Report solle "in naher Zukunft" erscheinen und die "Lügen und Erfindungen" der "feindlichen Kräfte" kontern, sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Menschenrechts-Verbands laut der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA. Mithilfe der eigenen Bilanz wolle Pjöngjang mit den "Vorurteilen und Missverständnissen" aufräumen, sagte er in dem am Montag veröffentlichten Interview.

Eine UN-Expertenkommission zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea hatte Pjöngjang im Februar vorgeworfen, bis zu 120.000 politische Gefangene in vier großen Lagern zu internieren. Im Kommissionsbericht aufgelistet wurden "Ausrottung, Mord, Versklavung, Folter, Haft, Vergewaltigung, erzwungene Abtreibungen" sowie zahlreiche weitere Verbrechen, darunter Zwangsumsiedlungen und das Aushungern von Bevölkerungsgruppen. Pjöngjang wies diese Beschuldigungen als "schiere Erfindung" der USA und ihrer Verbündeten zurück.

Der Bericht stützt sich auf Aussagen von mehr als 80 Nordkoreanern, denen die Flucht gelang. Pjöngjang kooperierte nicht mit der UNO, weshalb Untersuchungen vor Ort nicht möglich waren. Ein ehemaliger Häftling berichtete, wie er die Leichen von Verhungerten verbrennen und ihre Asche als Dünger verteilen musste. Andere waren demnach gezwungen, ihre unterernährten Babys mit Mäusen und Schlangen zu füttern. Für die Verbrechen könnten nach Einschätzung der Kommission "mehrere hundert" Menschen verantwortlich sein. "Ein Großteil der Verantwortung" wurde der Staatsführung zugewiesen.

Südkorea geht auf Nordkorea zu

Südkorea hat Nordkorea neue Gespräche hochrangiger Regierungsvertreter über die Verbesserung der Beziehungen vorgeschlagen. Südkorea habe in dem Vorschlag die Hoffnung geäußert, „Fragen von gemeinsamen Interesse“ einschließlich neuer Begegnungen von Angehörigen auseinandergerissener Familien zu diskutieren, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Montag mit.

Die Gespräche könnten am nächsten Dienstag im Grenzort Panmunjom stattfinden. Im Februar hatten die Regierungen beider Länder die ersten kurzfristigen Verwandtentreffen seit mehr als drei Jahren zugelassen.

AFP/dpa

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