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Nordkorea versetzt Armee in Kampfbereitschaft

Seoul - Wegen zunehmender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hat Nordkorea nach Medienberichten seine Streitkräfte in Kampfbereitschaft versetzt. Die USA und Südkorea halten dagegen.

Der entsprechende Befehl von Machthaber Kim Jong Il sei bereits in der vergangenen Woche im Fernsehen des Landes von einem hochrangigen Vertreter des Regimes in Pjöngjang verlesen worden, berichtete die südkoreanische Zeitung “Economic Daily“ am Dienstag unter Berufung auf eine Gruppe von nordkoreanischen Flüchtlingen. Der Befehl sei ergangen, nachdem Südkorea dem Nachbarland direkt die Schuld für den Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes Ende März zugewiesen hatte.

Das ist Norkorea

Das ist Nordkorea

Kim wolle zwar keinen Krieg, doch sei Nordkorea bereit, jeden Angriff des Südens zurückzuschlagen, habe es in der Erklärung geheißen. Die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea haben sich wegen der Versenkung der südkoreanischen Korvette “Cheonan“ deutlich verschärft. Südkorea hatte am Montag als Teil von Strafmaßnahmen gegen Nordkorea unter anderem einen Handelsstopp angekündigt.

Auch soll der Fall vor den UN-Sicherheitsrat gebracht werden. Südkorea und die USA planen darüber hinaus gemeinsame Seemanöver. Nordkorea setzt seine Truppen regelmäßig in erhöhte Alarmbereitschaft, wenn Südkorea und die USA gemeinsame Truppenübungen veranstalten. Zuletzt war das im März der Fall.

USA planen Seemanöver mit Südkorea

Als Reaktion auf den nordkoreanischen Angriff auf ein südkoreanisches Kriegsschiff planen die USA zwei zuvor nicht vorgesehene gemeinsame Seemanöver mit Südkorea. “Angesichts dieses besonderen Vorfalls sind diese beide Aktionen wichtig, um unser starkes Fundament der Zusammenarbeit und Abschreckung auszubauen“, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Bryan Whitman, am Montag. Ein internationales Expertenteam hatte ermittelt, dass die Korvette “Cheonan“ Ende März von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt worden war.

Bei dem Zwischenfall nahe der innerkoreanischen Seegrenze im Gelben Meer wurden 46 Matrosen getötet. Whitman nannte keine Deatils, wann die Manöver stattfinden oder wieviele Schiffe und Soldaten daran beteiligt sein werden. Bei den Übungen solle es aber darum gehen, U-Boote aufzuspüren und abzuwehren sowie Bedrohungen durch Schiffe zu begegnen. Die USA hatten sich zuvor demonstrativ hinter Seoul gestellt. Präsident Barack Obama sagte, er unterstütze im Konflikt um die Versenkung des Kriegsschiffes voll und ganz die Reaktion von Präsident Lee Myung Bak. Dieser hatte Nordkorea im Fall weiterer “Provokationen“ mit scharfen militärischen Reaktionen gedroht. Zugleich hatte Obama das US-Militär angewiesen, eng mit ihren südkoreanischen Kollegen zusammenzuarbeiten, “um künftige Aggressionen zu verhindern“, teilte das Weiße Haus mit.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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