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Die PKW-Maut hat es in Deutschland nicht leicht. Bald soll es jedoch zur Abstimmung kommen.

Fehlt da nicht etwas?

Normenkontrollrat zweifelt an Maut-Einnahmeberechnung

Berlin - Bringt die umstrittene Pkw-Maut unter dem Strich 500 Millionen pro Jahr ein? Das verspricht das Verkehrsministerium. Unabhängige Regierungsberater sagen etwas anderes.

An den Einnahme-Berechnungen für die Pkw-Maut gibt es erneut Kritik. Der Nationale Normenkontrollrat der Regierung weist in einer Stellungnahme zur geplanten Änderung des Mautgesetzes darauf hin, „dass die Darstellung der erwarteten Einnahmen nicht dem Umstand Rechnung trägt, dass zukünftig die Anzahl der Pkws mit hohem Schadstoffausstoß sinken dürfte und somit die Einnahmen rückläufig sein werden“. Das beim Kanzleramt angesiedelte unabhängige Gremium prüft Vorhaben etwa auf unnötige Bürokratie und mögliche Folgekosten.

Konkret geht es um die geplante stärkere Spreizung der Kurzzeittarife für Autofahrer aus dem Ausland in sechs statt bisher drei Stufen - je höher der Schadstoffausstoß, desto höher der Mautbetrag. Dazu heißt es in dem Ende Januar vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf, dies führe „zu Mehreinnahmen von jährlich circa 36 Millionen Euro“.

Das Bundesverkehrsministerium bekräftigte auf Anfrage, die eigene Einnahmeprognose sei „solide und konservativ gerechnet“. Insgesamt verspricht Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU), dass nach Abzug der Kosten jährlich rund 500 Millionen Euro zweckgebunden für Investitionen ins Straßennetz übrig bleiben sollen.

Jeder sagt einen anderen Ausgang voraus

Der Normenkontrollrat verweist zudem auf früher geäußerte „Bedenken hinsichtlich der Relation zwischen dem anfallenden Erfüllungsaufwand und den zu erwartenden Einnahmen“. Die neue Kalkulation verbessere nun „die Einnahmen-Ausgaben-Relation geringfügig“. Zu der ebenfalls geplanten stärkeren Maut-Entlastung für Inländer über eine niedrigere Kfz-Steuer in einem separaten Gesetz äußert das Beratergremium „keine Einwände“.

Das Gesetzespaket, das als besonders eilbedürftig gilt, soll voraussichtlich am 10. März parallel in Bundestag und Bundesrat eingebracht werden. Es setzt einen von Dobrindt mit der EU-Kommission vereinbarten Kompromiss um, mit dem Brüssel grünes Licht für die Maut geben will. Dabei geht es um Änderungen an den seit 2015 geltenden Maut-Gesetzen.

Zu den möglichen Einnahmen gibt es gegensätzliche Gutachten. Nach einer Studie im Auftrag des Autofahrerclubs ADAC droht dem Staat ein Verlustgeschäft. Dagegen könnten laut einer Studie im Auftrag des Ministeriums die Einnahmen noch höher ausfallen als prognostiziert.

dpa

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