+
Der Notenbank-Präsident Jens Weidmann hat sich für eine umfassende Reform der Währungsunion ausgesprochen, wie auch sein französischer Kollege. Foto: Winfried Rothermel/Archiv

Notenbankchefs für umfassende Reform der Währungsunion

Berlin (dpa) - Die Notenbank-Präsidenten von Deutschland und Frankreich, Jens Weidmann und Francois Villeroy de Galhau, haben sich für eine umfassende Reform der Währungsunion ausgesprochen.

Europa stehe angesichts der hohen Defizite und wirtschaftlichen Ungleichgewichte "ganz eindeutig an einem Scheideweg", schrieben beide in einem gemeinsamen Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung", der einen Tag vor dem Deutsch-Französischen Wirtschafts- und Finanzministerrat in Paris erschien.

Weidmann und Villeroy de Galhau brachten als theoretische Möglichkeit unter anderem auch die "Schaffung eines gemeinsamen Finanzministeriums für den Euro-Raum in Verbindung mit einem unabhängigen Fiskalrat" in Spiel.

"Sollten die Regierungen und Parlamente im Euro-Raum jedoch vor der politischen Dimension einer umfassenden Union zurückschrecken, dann bliebe nur noch ein gangbarer Weg übrig - ein dezentraler Ansatz auf der Grundlage von Eigenverantwortung mit strengeren Regeln." Entsprechend hatte sich die Bundesbank auch in den Vorjahren positioniert.

In ihrem Beitrag plädieren Weidmann und Villeroy de Galhau dafür, dass die Euro-Länder "in erheblichem Maße Souveränität und Befugnisse auf die europäische Ebene übertragen, was wiederum eine größere demokratische Rechenschaftspflicht erfordern würde". Eine stärkere Integration scheine "der naheliegende Weg, um das Vertrauen in den Euro-Raum wiederherzustellen", hieß es.

Gastbeitrag in der "Süddeutschen Zeitung" (8.2.16)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Bis zum Wahltag will der SPD-Kanzlerkandidat Schulz unverzagt kämpfen, das hatte er angekündigt. Eine Umfrage dürfte ihm wenig Freude bereiten.
ZDF-„Politbarometer“: SPD verliert weiter an Zustimmung
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
Hinter dem U-Bahn-Anschlag in London könnte ein ganzes Netzwerk stecken. Die Polizei nahm einen weiteren Verdächtigen fest.
Weitere Festnahme nach Londoner U-Bahn-Anschlag
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
Bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel klare Worte gefunden und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump …
UN-Versammlung: Gabriel wettert gegen Trumps „nationalen Egoismus“
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen
Deutlich mehr Pflege - das bringt die jüngste Reform. Die Erwartungen scheinen sogar übertroffen zu werden.
175 000 mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Kommentare