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Nowitschok-Fall in Amesbury

Neue Erkenntnisse

Vergiftungsopfer in Südengland: Parallelen zum Fall Skripal - Polizei warnt Bevölkerung

Der Tod einer Britin durch den Kampfstoff Nowitschok sorgt in Großbritannien für große Verunsicherung. Die Polizei hat nun eine Warnung ausgesprochen.

Update vom 9. Juli, 15.40 Uhr: Die Polizei richtete am Montag eine Warnung an die Öffentlichkeit: Sie könne nicht garantieren, dass niemand mehr mit dem Nervengift in Berührung komme, sagte der leitende Ermittler, Neil Basu. Er rief zur Vorsicht auf.

Die Polizei äußerte sich besorgt: Solange der kontaminierte Gegenstand nicht gefunden ist, kann laut Behörden nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Menschen mit dem Gift in Kontakt kommen könnten. Ermittler Basu, Leiter der britischen Terrorabwehr, riet dazu, "keine absonderlichen Gegenstände wie Nadeln, Spritzen oder unübliche Behältnisse" aufzuheben.

Update vom 9. Juli, 14.14 Uhr: Im Fall des mit Nowitschok vergifteten britischen Paares geht die Polizei davon aus, dass die beiden einen Behälter mit dem Nervengift berührt haben müssen. Die Dosis des Kampfstoffes sei sehr hoch gewesen, teilte Scotland Yard am Montag in London mit.

Update vom 9. Juli, 08.23 Uhr: Die britische Premierministerin Theresa May hat auf den Tod der 44-jährigen Frau reagiert. Sie sei „entsetzt und schockiert“. Derweil hat die Polizei nun Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen.

Update vom 8. Juli, 23.00 Uhr: Die mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftete Britin ist tot. Dies teilte die Polizei im Südwesten Englands am Sonntagabend mit. Die 44-jährige Frau und ihr 45-jähriger Partner waren vor einer Woche in ein Krankenhaus in Salisbury eingeliefert worden.

Salisbury - Die am Samstag in der Nähe der südenglischen Stadt Salisbury aufgefundenen Menschen kamen nach Angaben des Leiters der britischen Terrorabwehr, Neil Basu, mit dem gleichen Gift in Berührung wie im März der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und dessen Tochter. Wie Scotland Yard am Donnerstagabend mitteilte, sind die beiden Opfer bei ihrer Vergiftung mit einem "kontaminierten Gegenstand" in Berührung gekommen.

Das Paar aus Amesbury könnte demnach etwa ein Fläschchen oder eine Injektionsspritze mit Resten des Gifts gefunden haben, das beim Attentat auf die Skripals verwendet wurde. Britische Medien berichteten am Freitag, dass beide Drogenkonsumenten seien.

Briten kamen vermutlich versehentlich mit Gift in Kontakt

Laut Basu deutet bislang jedoch nichts darauf hin, dass die beiden Opfer - bei denen es sich Anwohnern zufolge um einen Mann namens Charlie Rowley und und eine Frau namens Dawn Sturgess handelt - "auf irgendeine Weise gezielt angegriffen" wurden. Woher das Nervengift genau komme, müssten weitere Untersuchungen zeigen. Für die Öffentlichkeit bestehe nur ein "geringes Risiko", sagte Basu.

Die britische Terrorabwehr werde jetzt wie im Fall von Skripal ermitteln, sagte Basu. Hundert Beamte seien an den Untersuchungen beteiligt. Der Ort des Geschehens liegt nur etwa zwölf Kilometer von Salisbury entfernt, wo Skripal und seine Tochter vergiftet worden waren.

Lesen Sie auch: Bericht: Bundesregierung hat im Fall Skripal keine Beweise für russische Beteiligung

AFP

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