+
NRW-Innenminister Ralf Jäger

Nach Brandstiftung in Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft

NRW-Innenminister fordert klare Abschiebe-Vereinbarung mit Marokko

Düsseldorf - Ralf Jäger kritisiert, dass es derzeit "extreme Schwierigkeiten" gebe, abgelehnte Asylbewerber in ihr Heimatland zurückzuführen. Der Grund: Die Länder zeigten sich "völlig unkooperativ".

Nach der Brandstiftung in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft fordert NRW-Innenminister Ralf Jäger vom Bund eine klare Vereinbarung mit Marokko zur Rücknahme abgelehnter Asylbewerber. Derzeit gebe es „extreme Schwierigkeiten“, solche Menschen in ihr Heimatland zurückzuführen, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die beiden festgenommenen mutmaßlichen Brandstifter kommen den Ermittlungen zufolge aus Nordafrika. Diese Länder seien „völlig unkooperativ“ bei der Rücknahme ihrer Staatsbürger, sagte Jäger.

„Der Bundesinnenminister hat mit Marokko vor wenigen Wochen eine Rücknahme-Vereinbarung getroffen, die allerdings in der Praxis kaum tauglich ist“, monierte er. So könnten abgelehnte Asylbewerber nur mit Maschinen der staatlichen marokkanischen Fluglinie zurückgebracht werden, maximal vier Menschen pro Flug. Wenn einer von ihnen randaliere, weigere sich der Pilot, ihn mitzunehmen. 

"Wir dulden so etwas nicht"

Man habe Schwierigkeiten, von den marokkanischen Behörden Passersatzpapiere zu bekommen. „Da werden wir nachbessern müssen.“ Es müsse beispielsweise Sammel-Charterflüge geben.

Mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen räumte der Innenminister ein, dass die Situation in manchen Kommunen „nicht gut“ sei. „Aber das rechtfertigt in keinster Weise, Leib und Leben Anderer zu gefährden.“ Jäger betonte: „Wir dulden so etwas nicht. Wir gehen mit aller Konsequenz dagegen vor. Diejenigen, die hier Regeln und Recht nicht einhalten, müssen auch den Rechtsstaat spüren.“

Für den Großbrand mit rund zehn Millionen Euro Schaden sollen zwei Bewohner verantwortlich sein. Durch das Feuer am Dienstag wurde die Unterkunft, in der 282 Männer lebten, komplett zerstört.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich gegen eine erneute Große Koalition ausgesprochen. Am liebsten würde er mit der FDP koalieren, …
Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Das Atomabkommen mit dem Iran dominiert den zweiten Tag der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Der Pakt gilt als historisch. Der Iran warnt die USA. Auch Deutschland …
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Im Führungsstreit bei Frankreichs rechtspopulistischer Front National (FN) greift Parteichefin Marine Le Pen gegen ihren Stellvertreter Florian Philippot durch.
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich
Wenige Tage vor der Wahl hat Sigmar Gabriel  ein Interview mit einem sehr umstrittenen Medium geführt. Bereits vor der Ausstrahlung hatte sich der Außenminister dazu …
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich

Kommentare