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Bei ZDF-Dreharbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann völlig überraschend verstorben

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Angespuckt und bepöbelt

Corona: Zuschauer gehen wieder auf Minister los - Spahn verzweifelt

  • Fabian Müller
    vonFabian Müller
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  • Florian Naumann
    Florian Naumann
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Übergriffige Proteste gegen die Corona-Politik der Bundesregierung hielten am Wochenende Deutschland in Atem. Den Zorn zu spüren bekam zeitgleich auch Gesundheitsminister Jens Spahn.

  • Corona-Proteste in Berlin haben am Wochenende Unruhe entfacht - auch wegen eines Vorfalls am Reichstag.
  • Doch auch Gesundheitsminister Jens Spahn bekam Zorn von Corona-Gegnern zu spüren.
  • Bei einem Auftritt im Kommunal-Wahlkampf in NRW wurde der CDU-Politiker offenbar sogar bespuckt.

Update vom 2. September 11.52 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wird bei seiner Tour durch Deutschland, bei der er für die Corona*-Politik der Bundesregierung wirbt, weiter von Zuschauern angefeindet. Bei einem Auftritt in Bottrop in Nordrhein-Westfalen versuchte Spahn, gegen die aufgebrachte Menge anzureden - der Rheinischen Post zufolge gut 35 Minuten lang. Ein im Netz kursierender Clip zeigt einen Ausschnitt aus Spahns Bottrop-Rede:

Begleitet von lauten Buhrufen, Tröten und „Hau ab“-Rufen versucht Spahn, die Lautstärke zu senken: „Ich sage es noch einmal: Es geht um unterschiedliche Einschränkungen, und da muss man am Ende einen Kompromiss finden. Aber es ist ja ein Unterschied, ob man bereit ist, einander zuzuhören, oder ob man am Ende nur schreit. Wissen Sie, was auch immer der Grund ist, warum Sie so wütend sind, ich frage mich, ob dieser Grund ein so guter sein kann, dass wir so miteinander umgehen. Das frage ich mich halt nur.“

Wenige Tage zuvor war Spahn bei einem Auftritt in Bergisch Gladbach beleidigt und bespuckt worden(siehe Ursprungsmeldung).

Erneut bei einem öffentlichen Auftritt zur Corona-Politik ausgebuht worden: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Update vom 1. September, 21.27 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist am Wochenende bei dem Versuch eines Gesprächs mit Corona-Kritikern heftige angegangen worden (siehe Erstmeldung). Nun hat sich der CDU-Politiker im ZDF-“heute journal“ zur Stimmung im Land und Corona-Demonstration in Berlin geäußert. Er verstehe, dass viele Bürger enttäuscht seien, sagte Spahn. Aber die Frage sei: „Welcher Frust rechtfertigt Hass?“

„Dass die Regenbogenflagge, die Flagge von Freiheit, Recht, Emanzipation der Schwulenbewegung, auf der gleichen Demo wie die Reichsflagge ist und die Nazi-Symbole - da fragt man sich schon, was ist da los?“ Doch dass hunderte Rechtsextreme versucht hätten, den Reichstag zu stürmen, dürfe nicht als Gesamtstimmung im Land verstanden werden, sagte Spahn. Er sehe „insgesamt eine große Unterstützung für unsere Politik“.

Auftritt von Jens Spahn eskaliert - jetzt erklärt er, was seine Handzeichen bedeuteten

Update vom 1. September, 9.55 Uhr: In einem Video ist zu sehen, wie Gesundheitsmininster Jens Spahn einer pöbelnden Masse gegenüber steht und versucht, mit Handzeichen und -gesten, gegen die Rufe anzukommen. Was genau er damit ausdrücken wollte, war zunächst unklar. Die Handbewegung kommt dem sogenannten „Schweigefuchs“ sehr nah - eine Geste, die den Gegenüber eigentlich zum Schweigen animieren soll. Doch im Video-Interview mit Bild erklärte der Minister nun: Er wollte damit „sprechen“ symbolisieren. Er bot den Protestlern an, ins Gespräch zu gehen. Offenbar bereuten einige, nicht darauf eingegangen zu sein. Denn in dem Clip von Bild ist zu hören, wie eine Frau sagt „Wir hätten ihn reden lassen sollen.“

Auftritt von Jens Spahn eskaliert: Merkels Sprecher verurteilt den Auftritt

Update vom 31. August, 12.00 Uhr: Angela Merkels Regierungssprecher, Steffen Seibert, hat den Vorfall bei einem Auftritt von Minister Jens Spahn (CDU) in Bergisch Gladbach einer Regierungspressekonferenz verurteilt. Es handle sich um „ganz übles Verhalten“, sagte er. „Wer einen Politiker beschimpft, oder sogar bespuckt, will sicher keinen Dialog“, sagte Seibert.

Spahn sei ein Politiker, der zum Gespräch bereit sei. Das Ereignis habe klargemacht, dass die entsprechenden Personen dieses Angebot nicht wahrnehmen wollen: "Sie wollen diese brachiale Form des Protests", erklärte Seibert.

Auftritt von Jens Spahn eskaliert: Minister wird bespuckt - und reagiert dann konsequent

Erstmeldung: Bergisch-Gladbach - Ein versuchter „Sturm" auf das Reichstagsgebäude sorgte am Wochenende in Berlin für Entsetzen - doch die angespannte Stimmungslage in Teilen der Bevölkerung bekam am Samstag offenbar auch Jens Spahn (CDU) zu spüren.

Der Gesundheitsminister wurde nach Informationen des Kölner Express in der nordrhein-westfälischen Stadt Bergisch Gladbach von sogenannten Corona-Gegnern bepöbelt und bespuckt - so will es das Blatt von Augenzeugen erfahren haben. Youtube-Videos des Termins zeigen zumindest turbulente Szenen und einen entnervten Spahn.

Jens Spahn: Termin vor NRW-Kommunalwahl eskaliert - Minister wird ausgepfiffen und bespuckt

Spahn war dem Bericht zufolge anlässlich der Kommunalwahl in dem Bundesland* unterwegs. Der CDU-Politiker habe seinen Parteifreund Christian Buchen im Bürgermeister-Wahlkampf* unterstützen wollen. Doch die Stimmung in der Kreisstadt war offenbar gereizt: Schon vorab sei der Ort von Spahns Auftritt verlegt worden, weil sich die „Sicherheitslage“ für den Minister geändert hatte, heißt es - von der Fußgängerzone in einen geschlossenen Saal. Der CDU-Verband Rhein-Berg bestätigte das auf seiner Homepage.

Allerdings wollte sich Spahn laut Express nach dem Auftritt auf dem zentralen Konrad-Adenauer-Platz dem Gespräch mit Kritikern der Corona-Politik stellen. Dabei sei es dann zu den verbalen Übergriffen gekommen - und auch zu Spuckereien.

Der Minister bestätigte der Rheinischen Post indirekt den Vorfall. Diskussionen gehörten zur Politik, sagte er der Zeitung. „Sie funktionieren aber nur, wenn beide Seiten bereit sind, zuzuhören. Aber wenn geschrien, gespuckt und gepöbelt wird, geht's halt leider nicht.“

Jens Spahn in der Corona-Krise: Minister erntet Pfiffe nach Auftritt in Bergisch Gladbach

Von derart drastischen Situationen berichtete die örtliche CDU nicht. Allerdings erklärte auch der lokale Verband, Spahn habe bei seinem Gesprächsangebot massiven Unmut geerntet. Spahn habe „lediglich Pfiffe und unverständliche Parolen als Antwort erhalten“. Mit den Worten „dann eben kein Gespräch“ brach der Minister demnach seinen Auftritt ab.

Spahn erklärte der Rheinischen Post, er wolle weiter im Dialog bleiben. „Wir müssen das Gespräch und den Dialog mit denen suchen, die unzufrieden sind mit unserer Corona-Politik. Denn wir bleiben als Gesellschaft nur zusammen, wenn wir miteinander reden.“ 

Corona-Demos: Spahn äußert sich zu Berlin - „zutiefst unsolidarisch und auch unpatriotisch“

Der Gesundheitsminister äußerte sich am Sonntag auch zu den Demonstrationen in Berlin. „Es war zutiefst unsolidarisch und auch unpatriotisch, keine Masken zu tragen, keinen Abstand zu wahren und damit andere zu gefährden“, sagte Spahn der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten mit Blick auf die Vorfälle. Die Auflösung von Demonstrationen sei für Demokraten „kein Grund zur Freude“. „Aber es ist richtig, dass die Polizei eingreift, wenn zu vielen Demonstranten in Berlin Freiheit und Gesundheit ihrer eigenen Mitbürger offenbar egal waren.“ Mittlerweile sind neue Details zum Hergang bekannt.

Unterdessen wurde bekannt, dass bei der Kundgebung vor dem Reichstag auch ein bayerischer Verfassungsrichter anwesend war. Spahn ist als Duo mit Armin Laschet auch im Ringen um den CDU-Vorsitz präsent - Noch-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Kandidaten im ZDF-Sommerinterview eindringlich gewarnt. (fn/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © John McDougall/AFP

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