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Sorgte mit seiner Äußerung im Steuerparadies Liechtenstein für Aufsehen: Uli Hoeneß

SPD-Politiker droht Bayern-Boss

Kommentar: Minister-Drohung gegen Hoeneß ist peinlich

München - Was tut ein NRW-Minister wenn seiner SPD kurz vor der Wahl die Felle davonschwimmen? Er geht einen an, der in Nordrhein-Westfalen viele Gegner hat - zumindest unter Fußballfans. Uli Hoeneß wird zum Wahlkampfthema.

Es ist ein ach so durchsichtiges Manöver: Gerade in Nordrhein-Westfalen dürften die Freunde von Bayern-Präsident Uli Hoeneß rar gesät sein. BVB, Schalke, Leverkusen, Gladbach, 1.FC Köln. Zigtausende Fans, zigtausende potentielle Wählerstimmen. Da die SPD mit Frontfrau Hannelore Kraft gerade in den Umfragen schwächelt, setzt der Parteigenosse und Justizminister Thomas Kutschaty auf die vielen Hoeneß-Gegner. Er rügte den Bayern-Boss publikumswirksam und drohte ihm sogar mit Knast. Eine Blutgrätsche im Wahlkampf-Endspurt.

Fragestunde im Steuerparadies

Dabei spielt es keine Rolle, dass Hoeneß Kutschaty eine perfekte Vorlage geliefert hat. Denn der Bayern-Präsident hat gegen die Justiz nachgetreten. Ein Freispruch nach der Selbstanzeige seiner Steuerhinterziehung wäre „völlig normal gewesen“, so der Bayern-Boss jüngst bei einer Fragestunde im Steuerparadies (!) Liechtenstein. So taktlos muss man erstmal sein. Denn fast alle Prozess-Beobachter von damals sind noch heute der Meinung, dass Hoeneß mit der recht überschaubaren Haftstrafe noch glimpflich aus der millionenschweren Steuer-Affäre herausgekommen ist. Aber dem als Hitzkopf bekannten Bayern-Präsident ging mal wieder der Gaul durch. Souverän ist anders.

Mindestens genauso peinlich ist das Manöver von besagtem NRW-Justizminister Thomas Kutschaty. Hoeneß solle mit seinen Äußerungen vorsichtig sein, denn gegen ihn laufe ja noch Bewährung, giftete der SPD-Mann laut „Bild“. Die Bewährung könne man ja noch widerrufen. 

Für diese Äußerung ist im übertragenen Sinn die rote Karte fällig. Immer wieder beschweren sich Politiker der etablierten Parteien über Populismus von AfD & Co. Mit einer so durchsichtigen Wählerfang-Aktion bedient sich Kutschaty dem selben Mittel. Seiner SPD erweist er damit einen Bärendienst - denn er macht sich und die Partei vor allem eins: unglaubwürdig.

Mark Bihler

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