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AfD-Chef provoziert schrägen Streit mit ZDF-Moderatorin: „Mit Kritik können Sie nicht umgehen“

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Von: Patrick Mayer

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Die AfD verliert auch bei der Landtagswahl in NRW Prozentpunkte. Der Bundesvorsitzende Tino Chrupalla wirkt im ZDF-Interview mit Moderatorin Bettina Schausten dünnhäutig.

München/Düsseldorf - Die AfD verliert auch bei der Landtagswahl 2022 in Nordrhein-Westfalen. Zwar zog die Partei vom rechten Rand am Sonntag (15. Mai) in das Landesparlament in Düsseldorf ein, doch nach 7,4 Prozent bei der Wahl 2017 waren es diesmal nur laut Hochrechnungen nur rund 5,5 Prozent der Stimmen in NRW.

Damit setzt sich der Abwärtstrend der Partei fort, nachdem die AfD bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am vergangenen Wochenende mit nur 4,4 Prozent den Einzug in den Landtag in Kiel deutlich verpasst hatte. Schon seit 2020 verlieren die Rechtspopulisten regelmäßig Stimmen - teils auch an die CDU.

Landtagswahl 2022 in NRW: Die AfD verliert erneut Prozentpunkte

Kurz nach den Hochrechnungen gab AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla im ZDF ein eher ungewöhnliches Interview. „Wir sind erstmal zufrieden, dass wir einziehen werden“, sagte der 47-jährige Sachse im Gespräch mit Moderatorin Bettina Schausten: „Gleichwohl sind wir in Gänze nicht zufrieden, da werden wir uns in den kommenden Tagen darüber unterhalten müssen.“

Bundesvorsitzender der AfD: Tino Chrupalla im Interview mit ZDF-Journalistin Bettina Schausten.
Bundesvorsitzender der AfD: Tino Chrupalla im Interview mit ZDF-Journalistin Bettina Schausten. © Screenshot ZDF

Schausten hakte nach: Die AfD verpasse das Ziel, Volkspartei zu sein, derzeit klar. Ob die Partei stattdessen in einer Krise stecke, erkundigte sich die designierte ZDF-Chefredakteurin. „Das wird eine starke Diskussion auf dem Bundesparteitag sein“, meinte Chrupalla. Schausten entgegnete: „Der Balken ging immer nach unten.“ Chrupalla sagte: „Natürlich machen uns diese Ergebnisse in Gänze nicht zufrieden.“ Schließlich ging der Politiker aus der Oberlausitz dazu über, just das ZDF scharf zu kritisieren.

Alternative Meinungen seien offenbar im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht erlaubt, sagte er. Die AfD werde nicht zu Podiumsdiskussionen in den öffentlich-rechtlichen Medien eingeladen, das koste Stimmen. Schausten konterte: „Ich weise es zurück. Wir haben sie eingeladen, Sie stehen hier, wir diskutieren“, sagte sie zu Chrupalla und warf ihm vor: „Mit Kritik können sie offenbar nicht gut umgehen. Das stelle ich auch fest.“

Landtagswahl 2022 in NRW: Zoff zwischen AfD-Mann und ZDF-Frau

Der AfD-Politiker antwortete dünnhäutig: „Sie auch nicht.“ Ehe Schausten das Interview abrupt beendete und zu einem anderen Thema überging. Die AfD brachte die selbe Argumentation wenig später dennoch noch einmal vor: In der „Berliner Runde“ des ZDF zur NRW-Landtagswahl war es der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestags-AfD, Bernd Baumann, der Benachteiligung durch nordrhein-westfälische Printmedien als Grund für das Wahlergebnisse ins Feld führte. Moderator Theo Koll zeigte sich irritiert – immerhin weise der Negativtrend weit über NRW hinaus. (pm)

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