1. Startseite
  2. Politik

Wahlkampf-Endspurt in NRW: Wüst auf Hausbesuch - so kämpfen die Kandidaten um die letzten Stimmen

Erstellt:

Von: Kathrin Reikowski

Kommentare

Hendrik Wüst
Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. © Michael Kappeler/dpa/Archivbild

Wahlen in NRW: Corona, Ukraine-Krieg, Flut - die Landtagswahlen in NRW sind zur „kleinen Bundestagswahl“ geworden. Am Samstag folgt der Showdown im Wahlkampf.

Düsseldorf (dpa) - Hendrik Wüst (CDU) oder Thomas Kutschaty (SPD) - wer wird der nächste Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen? Umfragen sagen ein knappes Rennen zwischen SPD und CDU bei der NRW-Landtagswahl voraus - und auch für Grüne und FDP geht es um die Regierungsbeteiligung.

Auch bundespolitisch hat die Wahl Bedeutung: Sie wird als „kleine Bundestagswahl“ bezeichnet - und gilt als Abstimmungstest für die Ampel-Koalition in Berlin, sowie für die Arbeit von CDU-Oppositionsführer Friedrich Merz. Daher werfen die Kandidaten am Samstag nochmals alles in die Waagschale, bevor am Sonntag die Wahllokale öffnen.

So sieht der Wahlkampf am Samstag in NRW aus:

Wahlkampf in NRW: Scholz, Lindner und Habeck unterstützen

Am Freitag hatten CDU, SPD und Grüne mit viel Politprominenz ihre Abschlusskundgebungen abgehalten. Im münsterländischen Altenberge unterstrich Wüst die Bedeutung stabiler politischer Verhältnisse, um „machen zu können, worauf es ankommt“ - das ist der Wahlkampf-Slogan der NRW-CDU.

Unterstützung erhielt Wüst von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der am vergangenen Sonntag mit großem Abstand die Landtagswahl gewonnen hatte. Für die SPD trat Bundeskanzler Olaf Scholz in Köln neben dem Dom auf und warb für den SPD-Spitzenkandidaten Kutschaty. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stärkte bei Kundgebungen in Düsseldorf und Köln der Grünen-Spitzenkandidatin Mona Neubaur den Rücken.

NRW-Wahl: Umfragen gehen von engem Rennen zwischen CDU und SPD aus

In mehreren Umfragen zeichnete sich zuletzt ein enges Rennen zwischen CDU und SPD ab. Die CDU lag mit etwa 30 bis 32 Prozent nur knapp vor der SPD mit 28 bis 29 Prozent. Die seit 2017 amtierende CDU/FDP-Koalition hat laut Umfragen keine Mehrheit mehr. Der Ausgang der Wahl und mögliche künftige Koalitionen gelten als völlig offen. Rund 13 Millionen sind im einwohnerstärksten Bundesland am Sonntag wahlberechtigt.

Die Grünen liegen in Umfragen bei 16 bis 18 Prozent und könnten ihr bestes Landtagswahlergebnis erreichen. Die FDP, die 2017 noch mit 12,6 Prozent drittstärkste Kraft geworden war, könnte nur noch mit 7 bis 8 Prozent rechnen. Die AfD liegt bei 6 bis 8 Prozent. Die Linke würde mit etwa 3 bis 4 Prozent den Einzug in den Landtag erneut verpassen.

„Kleine Bundestagswahl“ in NRW: GroKo, Jamaika, Ampel - welche Regierung bekommt das Bundesland nach der Wahl?

Für die nächste Landesregierung könnte es mehrere Optionen geben. Möglich wäre laut Umfragen neben einer eher unbeliebten großen Koalition aus CDU und SPD etwa ein schwarz-grünes Bündnis oder ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Die SPD könnte zudem wie im Bund eine Ampel-Koalition mit Grünen und FDP bilden. Für eine rot-grüne Mehrheit reicht es in einigen Umfragen ebenfalls knapp.

Mehr noch als die Wahlen im Saarland im März und in Schleswig-Holstein am vergangenen Sonntag hat die auch als „kleine Bundestagswahl“ bezeichnete Abstimmung in NRW eine bundespolitische Bedeutung. Sie gilt als wichtigster Stimmungstest für die Bundesparteien und die Ampel-Koalition in Berlin. Wüst war erst Ende Oktober 2021 auf den als Unionskanzlerkandidat bei der Bundestagswahl gescheiterten Armin Laschet als Regierungschef in NRW gefolgt. (dpa/kat)

Auch interessant

Kommentare