+
Der Zeuge Matthias K. sagt in Stuttgart (Baden-Württemberg) vor dem Untersuchungsausschuss "Rechtsterrorismus/NSU BW" als Zeuge aus. Der Ausschuss geht Hinweisen auf eine rechtsextreme "Neoschutzstaffel" (NSS) im Raum Heilbronn nach.

Hinweise eines früheren Neonazis

NSU-Ausschuss: Gab es eine "Neoschutzstaffel"?

Stuttgart - Bevor er im Herbst 2013 in einem brennenden Wagen starb, berichtete ein früherer Neonazi von einer rechtsextremen "Neoschutzstaffel". Ob es diese Organisation wirklich gab, will jetzt der NSU-Untersuchungsausschuss in Stuttgart herausfinden.

Der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags in Stuttgart hat bislang keine belastbaren Beweise für die Existenz einer bisher unbekannten rechtsextremen „Neoschutzstaffel“ (NSS) im Raum Heilbronn. Von dieser hatte ein früherer Neonazi der Polizei berichtet, bevor er im Herbst 2013 in einem brennenden Wagen in Stuttgart starb. Der Ausschuss befragte dazu am Montag einen früheren Bekannten dieses Mannes.

Der Mann mit dem Spitznamen „Matze“ sagte aus, er sei Anfang 2011 bei einer Demonstration in Dresden von einem Mann angesprochen und per Unterschrift zum Mitglied der NSS gemacht worden. Er habe dann nie mehr etwas von der NSS gehört, aber Florian H. als Mitglied angeworben. Dazu habe er selbst ein Beitrittsformular verfasst - und zwar aus „jugendlichem Leichtsinn“ und „Dummheit“ heraus. Er wisse nur von zwei NSS-Mitgliedern: ihm selbst und Florian.

Von einem Treffen in Öhringen bei Heilbronn, auf dem die NSS und der NSU vorgestellt worden sein sollen, wisse er nichts, beteuerte der 21-Jährige. Dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) werden neun Morde an Migranten und die Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter 2007 in Heilbronn vorgeworfen. Der Landtagsausschuss arbeitet die Bezüge des NSU nach Baden-Württemberg und mögliches Behördenversagen im Südwesten auf.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Salman Abedi - ist er der Kinder-Mörder von Manchester?
Die Hinweise verdichten sich, das Salman Abedi der Attentäter von Manchester war und 22 Menschen mit in den Tod riss. Es bleibt die Frage nach dem Warum.
Salman Abedi - ist er der Kinder-Mörder von Manchester?
Klares Ja für "Jamaika"-Koalitionsverhandlungen im Norden
Nächste Etappe auf dem Weg zu "Jamaika" in Schleswig-Holstein. Kurz nach CDU und FDP sagen auch Grünen deutlich Ja zu Koalitionsverhandlungen. Es soll ganz schnell …
Klares Ja für "Jamaika"-Koalitionsverhandlungen im Norden
Nach Anschlag in Manchester: Tausende stellen sich gegen Angst und Terror
Bei einem Konzert von Ariana Grande in Manchester hat ein Selbstmordattentäter mindestens 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. …
Nach Anschlag in Manchester: Tausende stellen sich gegen Angst und Terror
Stolz und solidarisch: Manchester stemmt sich gegen den Terror
Viele können noch immer nicht verstehen, wie ein Terrorist mit einer Bombe mindestens 22 Menschen mit in den Tod reißen konnte. Hier in Manchester. Einfach so. Das will …
Stolz und solidarisch: Manchester stemmt sich gegen den Terror

Kommentare