Prozess in München

NSU-Bankraub: Zeugen schildern extrem brutalen Täter

München - Mehrere Zeugen haben am Mittwoch einen dem NSU zugeschriebenen Banküberfall auf eine Sparkasse in Zwickau als extrem brutal geschildert.

Der Täter habe mehrmals scharf geschossen. Eine Bankangestellte sagte als Zeugin, der Mann habe ihr die Waffe an die Stirn gehalten. Ein damaliger Auszubildender in der Filiale schilderte, er habe versucht, den Täter niederzuringen, worauf dieser ihm in den Bauch schoss. Als Folge sei ihm die Milz entfernt worden. Er habe inzwischen auf einen anderen Beruf umgeschult. Übereinstimmend sagten die Zeugen, der Täter habe immer wieder laut gebrüllt, alles sei sehr hektisch abgelaufen.

Den Überfall in Zwickau soll - anders als bei den anderen NSU-Überfällen - nur ein Täter begangen haben, mutmaßlich Uwe Böhnhardt. Tattag war der 5. Oktober 2006. Beute machte der Täter nicht, er zog am Ende unverrichteter Dinge ab.

Verantworten muss sich auch für diesen Überfall die Hauptangeklagte Beate Zschäpe. Sie ist die einzige Überlebende des rechtsextremen NSU-Trios, das die Bundesanwaltschaft für eine terroristische Vereinigung hält. Zu den angeklagten Taten zählt die Serie von zehn Morden. Neun der Opfer waren Gewerbetreibende mit türkischen oder griechischen Wurzeln. Als Motiv nimmt die Anklage Fremdenhass an. Die Banküberfälle sollen das Leben des NSU-Trios im Untergrund finanziert haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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