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Die Angeklagte Beate Zschäpe (M) steht am 07.10.2014 im Gerichtssaal in München (Bayern) zwischen ihren Anwälten Anja Sturm (l) und Wolfgang Heer (r).

Kripo-Beamter ist keine Hilfe

NSU-Pistole: Lieferweg bleibt mysteriös

München - Die Zeugenvernehmung eines Schweizer Kriminalpolizisten hat am Mittwoch im NSU-Prozess nicht die erhoffte Klarheit über die Beschaffung einer der beiden Mordwaffen gebracht.

Der Beamte aus dem Kanton Bern hatte gegen zwei Schweizer ermittelt, die die wichtigste Waffe des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ mutmaßlich besorgt hatten.

Einer der beiden habe in einer Vernehmung ausgesagt, er habe zwei Jahre in Apolda in Thüringen gewohnt, berichtete der Schweizer Ermittler vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Dort habe der Mann einen Jugendfreund von Uwe Böhnhardt aus Jena kennengelernt. Die Bundesanwaltschaft rechnet Böhnhardt, der sich mit Uwe Mundlos selbst erschossen hat, neben der Hauptangeklagten Beate Zschäpe dem NSU-Trio zu.

Einer der beiden vernommenen Männer sei in den Geschäftsunterlagen eines Waffengeschäfts als Empfänger der Pistole vom Typ „Ceska“ vermerkt, sagte der Polizist. Diese Waffe soll er an den zweiten Schweizer Verdächtigen übergeben haben. Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft stammt die Pistole aus der Schweiz und soll über die beiden Schweizer nach Jena gelangt sein.

Allerdings fehlt bisher ein Beweis, um den Lieferweg der Pistole lückenlos zu belegen. Beide Männer hätten aber bestritten, mit der „Ceska“ zu tun zu haben, berichtete der Polizist. Bei seinen Ermittlungen sei er davon ausgegangen, dass das Waffenbuch des Händlers korrekt geführt worden sei. Die Verteidigung von Ralf Wohlleben, der wegen Beihilfe angeklagt ist, hielt dem Polizisten dagegen ein Aktenstück vor, aus dem hervorgeht, dass gegen den Händler in der Vergangenheit schon ermittelt wurde. Davon habe er nichts gewusst, räumte der Beamte ein.

Wohlleben soll den Kauf der Pistole laut Anklage in Auftrag gegeben und gewusst haben, dass damit Morde geplant waren. Mit der Waffe, die mit einem Schalldämpfer ausgestattet war, wurden alle neun türkisch- und griechischstämmigen Opfer des NSU ermordet. Nur bei dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter wurde sie nicht verwendet.

Wehrsportgruppen-Hoffmann sprach NSU-Anwälte an

Der frühere Chef der „Wehrsportgruppe Hoffmann“, Karl-Heinz Hoffmann, hat am Mittwoch vor dem Gebäude des Oberlandesgerichts (OLG) München zwei Anwälte aus dem NSU-Verfahren angesprochen. Mit dem Nebenklage-Vertreter Adnan Menderes Erdal tauschte er Visitenkarten aus. Die Verteidigerin des wegen Beihilfe mitangeklagten Ralf Wohlleben, Nicole Schneiders, wies seine Bitte nach einem Kontakt zurück. Hoffmann gilt in der rechtsextremen Szene als Gallionsfigur. In einem Buch über den „Nationalsozialistischen Untergrund“ behauptet er, die zehn Morde des Trios seien das Werk einer Geheimdienstverschwörung.

dpa

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