"Terminkollisionen"

NSU-Prozess: Aussage von Verfassungsschutzchef verschoben

München - Der sächsische Verfassungsschutzchef Gordian Meyer-Plath hat auch am Mittwoch nicht als Zeuge vor dem Münchner NSU-Prozess ausgesagt.

Im NSU-Prozess will der Vorsitzende Richter Manfred Götzl eine Zeugin wegen Konzentrationsschwächen der Hauptangeklagten Beate Zschäpe erneut laden. Die frühere Nachbarin aus Chemnitz hatte in der vergangenen Woche ausgesagt, sie habe Zschäpe einmal höchst aggressiv erlebt.

Zschäpes Verteidiger Wolfgang Heer räumte am Mittwoch auf Nachfrage ein, seine Mandantin habe nur teilweise folgen können. Götzl kündigte daraufhin an, die Nachbarin noch einmal vernehmen zu wollen. Er forderte Zschäpe auf, künftig Bescheid zu sagen, wenn sie sich nicht konzentrieren könne.

Zschäpe muss sich in dem Verfahren wegen der Beteiligung an zehn Morden und zwei Sprengstoffanschlägen verantworten. Als Motiv für die Taten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) nimmt die Bundesanwaltschaft Fremdenhass und Hass auf den Staat an.

Der sächsische Verfassungsschutzchef Gordian Meyer-Plath wurde auch am Mittwoch nicht als Zeuge befragt. Götzl begründete das mit „Terminkollisionen“. Für den weiteren Prozesstag plante das Oberlandesgericht München die Vernehmung eines Mannes aus dem Unterstützerumfeld des NSU.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Todesflug MH17: Rakete soll doch von russischer Armee stammen
Nach jahrelangen Ermittlungen steht jetzt fest: Die Rakete, mit der ein Passagierflugzeug 2014 über der Ostukraine abgeschossen wurde, stammte von der russischen Armee. …
Todesflug MH17: Rakete soll doch von russischer Armee stammen
„Ignorant und dumm“: Nordkorea greift US-Vizepräsident Pence an - Droht eine Absage des Gipfeltreffens?
Der Ton zwischen Nordkorea und den USA wird wieder rauer. Vor allem auf Vergleiche zwischen Nordkorea und Libyen durch US-Politiker reagiert Pjöngjang zutiefst beleidigt …
„Ignorant und dumm“: Nordkorea greift US-Vizepräsident Pence an - Droht eine Absage des Gipfeltreffens?
CSU-Politikerin stellt Zukunft der Bamf-Chefin Cordt infrage
Der Skandal in der Bremer Außenstelle hat das Vertrauen in das Flüchtlingsbundesamt insgesamt beschädigt. Muss Behördenchefin Cordt mit ihrer Ablösung rechnen?
CSU-Politikerin stellt Zukunft der Bamf-Chefin Cordt infrage
Bamf-Vorgesetzter drohte Josefa Schmid: „Wenn noch ein Bericht über Sie erscheint, dann ...“
Der Bamf-Skandal weitet sich aus: Interne Dokumente scheinen zu belegen, dass die Behörde die leitende Mitarbeiterin mundtot machen wollte, die die Misstände ans Licht …
Bamf-Vorgesetzter drohte Josefa Schmid: „Wenn noch ein Bericht über Sie erscheint, dann ...“

Kommentare