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Die Angeklagte mit ihrem vierten Anwalt: Beate Zschäpe, die nicht fotografiert werden will, mit Mathias Grasel. 

Alles wartet auf den Lieblingsanwalt

NSU-Prozess: Was passiert in der Sommerpause?

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München - Der NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe geht in die Sommerpause. Danach kommt Mathias Grasel eine entscheidende Rolle zu - jetzt warten alle auf den Lieblingsanwalt.

Streit um die Verteidigung, Entpflichtungsantrag um Entpflichtungsantrag, Angst vor dem Platzen des Prozesses. Es waren turbulente Tage im NSU-Prozess – jetzt können alle erst mal durchschnaufen. Denn nach dem vorerst letzten Verhandlungstag am Dienstag ist nun Sommerpause. Sie dauert eigentlich bis 15. September. Dazwischen wird jedoch am 2. und 3. September verhandelt, da der Prozess nur einen Monat unterbrochen werden darf.

Die Frage ist nun, was in der Sommerpause passiert – und wie es danach weitergeht. Auch in der Pause dürfte der Mammutprozess die meisten Beteiligten weiter beschäftigen. „Der Prozess geht einem nie ganz aus dem Kopf, und ich werde auch nicht vier Wochen die Füße hochlegen“, sagt etwa Wolfgang Heer. Er ist einer der drei ursprünglichen Verteidiger von Beate Zschäpe, die ihre alten Verteidiger immer wieder loswerden wollte – und schließlich einen vierten Anwalt bekam, den jungen Münchner Mathias Grasel, der sich nun einarbeiten muss.

In Justizkreisen heißt es, dass die alten Verteidiger jetzt auf den neuen warten, um sich mit ihm abzusprechen und abzustimmen. Dafür müsste sich Grasel allerdings gegen Zschäpe durchsetzen, die das sicher nicht will. Grasel müsste im Grunde eine Doppelstrategie fahren: Er muss Zschäpe beistehen, von manchen „der Kuschelfaktor“ genannt. Er muss sich aber eigentlich auch mit den anderen Verteidigern kurzschließen. Ein schwieriges Unterfangen. Aber, so heißt es: Der Ball liegt nun bei ihm, bei Zschäpes Lieblingsanwalt. Eines dürfte vorerst klar sein: Sie alle, Zschäpe und ihre Verteidiger, werden einander nicht los. Also gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man kehrt in den Arbeitsmodus zurück. Oder man bekämpft sich weiter.

Keiner weiß, wie es nach der Pause weitergeht. Doch die meisten rechnen auch weiter mit Querelen. Mit der „Zschäpe-Show“, wie es Nebenklage-Anwalt Mehmet Daimagüler nennt. Diese sei „schockierend“ für seine Mandaten gewesen. „Es ist ein Tiefpunkt der Rechtsgeschichte, wenn wir bei zehn Morden plötzlich über die Frage diskutieren, wer wo sitzt.“ Daimagüler hofft, dass Zschäpe jetzt damit durch sei, aber wetten würde er nicht darauf. „Bei Frau Zschäpe – das ist die einzige Konstante – gibt es keine Konstante.“ Bei ihr müsse man immer mit dem Schlimmsten rechnen. Daimagüler wünscht sich, dass ihr neuer Anwalt ein vernünftiges Wort mit ihr redet und sie sich wirklich überlegt, wie sie jetzt im letzten Drittel des Verfahrens agieren will. Ihre Schweigestrategie sei mit Pauken und Trompeten gescheitert. „Und wenn sie spricht, dann sollte sie auch reden und nicht nur sprechen.“

Nebenklage-Anwalt Alexander Hoffmann ist sich derweil sicher, dass es irgendwann wieder solche Probleme geben wird, vielleicht auch mit dem Angeklagten Ralf Wohlleben oder anderen. „Aber das hat ein Prozess, der so lange dauert, einfach an sich. Es wird Phasen geben, in denen diese Probleme, Problemchen oder Widerstände im Vordergrund stehen, und es wird andere Phasen geben.“ Aber man sei stets mit der Beweisaufnahme voran gekommen. Auch in den letzten Wochen. Es seien immer Zeugen gehört und Dokumente eingeführt worden, „die uns zentral weiter gebracht haben“. Das falle dann nur nicht so auf. Hoffmann sieht die Querelen also ganz entspannt. „Der Prozess geht weiter. Dem Vorsitzenden Richter, über den ich nicht immer Gutes sage, gelingt es, die Beweisaufnahme kontinuierlich fortzusetzen.“

Und das dürfte auch noch eine Weile so weitergehen. Wegen des Verteidiger-Hick-Hacks und der Reduzierung auf nur zwei Verhandlungstage pro Woche dürfte das Prozessende Anfang 2016 nicht zu halten sein. Mehrere Quellen berichten, dass inzwischen bis Frühsommer 2016 terminiert ist. 

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