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Wegen einem erneuten Befangenheitsantrag verzögert sich der NSU-Prozess weiter.

Plädoyers ziehen sich weiter

Befangenheitsantrag: NSU-Prozess verzögert sich erneut

Die Verteidiger-Plädoyers im NSU-Prozess verzögern sich weiter. Ein erneuter Befangenheitsantrag des mutmaßlichen Waffenlieferanten Ralf Wohllebens ist der Grund.

München - Ein weiterer Beweisantrag hat die Plädoyers von Beate Zschäpe im NSU-Prozess auch am Mittwoch verzögert. Der mutmaßliche Lieferant der „Ceska“-Mordwaffe, Ralf Wohlleben, lehnte zu Beginn der Verhandlung sämtliche Richter des Münchner Staatsschutzsenats am Oberlandesgericht ab. Weiterverhandelt werden soll am Dienstag.

Im Dezember machte Zschäpe ein Aussage vor Gericht mit der sie sich, nach der Einschätzung eines Nebenklägers, selbst belastete. 

Das Gericht hatte zuvor mehrere Anträge Wohllebens abgelehnt, einen neuen Zeugen zu vernehmen. Nach Überzeugung seiner Anwälte soll dieser Zeuge die „Ceska“ an das abgetauchte NSU-Trio ausgeliefert haben und nicht Wohlleben. 

Mit der „Ceska“ sollen neun von zehn Morde verübt worden sein

Die Verteidiger berufen sich auf einen Neonazi aus Baden-Württemberg. Der hatte vor dem Stuttgarter NSU-Untersuchungsausschuss gesagt, er habe drei Waffen an den Mann weitergegeben, den die Wohlleben-Verteidiger als Zeugen hören wollen. Bereits im Februar wurde ein Befangenheitsantrag abgelehnt.

Mit der „Ceska“-Pistole haben Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun ihrer zehn Morde verübt. Die Opfer waren in diesen Fällen türkisch- oder griechischstämmige Gewerbetreibende. Zschäpe ist als Mittäterin des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ angeklagt. Für sie hat die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft gefordert, für Wohlleben zwölf Jahre.

dpa/sms

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