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Beate Zschäpe zwischen ihren zwei Anwälten.

NSU-Prozess

Zschäpes Exfreund: "Sie war keine Szenebraut"

München - Im NSU-Prozess sind am Dienstag zwei Ermittler des Bundeskriminalamtes befragt worden. Sie erzählten über Beate Zschäpes Ex-Freund, einen Neonazi aus Sachsen.

Ein BKA-Ermittler hat die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe als „verschlossen“ geschildert. Aber „bei politischen Themen sei sie munter geworden“, sagte der Fahnder am Dienstag im Münchner NSU-Prozess. Sie habe einen wegen Körperverletzung und Volksverhetzung verurteilten Chemnitzer Neonazi im Gefängnis besucht, und bei einer Party 1996 habe es dann zwischen den beiden „gefunkt“.

Der Mann habe zu Protokoll gegeben: „An Beate hatte mich gereizt, dass sie anders war, sie war nicht die typische Szenebraut“. Allerdings habe sie ständig Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt um sich gehabt und sei an einer langfristigen Beziehung nicht interessiert gewesen. Er habe das „Techtelmechtel“ darum im April 1997 beendet.

Der frühere Skinhead-Anführer habe außerdem eingeräumt, Mundlos Sprengstoff besorgt zu haben, sagte der Polizist. Der Mann habe aber bestritten, das Trio nach dem Untertauchen unterstützt zu haben. Inzwischen sei er aus der Szene ausgestiegen.

Beate Zschäpes Ex-Freund gilt als eine der Schlüsselfiguren der Szene. Nach den Erkenntnissen der Ermittler gehört er in das Umfeld der verbotenen Organisation „Blood and Honour“ und die „Weiße Bruderschaft Erzgebirge“. In Chemnitz gehörte er zur militanten Skinhead-Gruppierung „88er“. Außerdem war er einer der Organisatoren der rechtsradikalen „Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene“. Er soll bei der Formierung des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt eine wichtige Rolle gespielt haben.

92-jährige Zeugin soll in Pflegeheim befragt werden

Das Münchner Oberlandesgericht will eine hochbetagte frühere Nachbarin des NSU-Trios in ihrem Pflegeheim in Zwickau vernehmen lassen. Der Verteidiger von Beate Zschäpe, Wolfgang Stahl, sagte am Dienstag, das Gericht habe die Vernehmung beschlossen. Die inzwischen 92 Jahre alte Frau wohnte Wand an Wand mit Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt und wurde von Verwandten gerettet, als vermutlich Zschäpe die Wohnung des Trios in Brand steckte. Das Gericht will herausfinden, ob Zschäpe nach Ausbruch des Feuers bei der Nachbarin klingelte oder sie möglicherweise in Mordabsicht ihrem Schicksal überließ. Über die Pläne des Gerichts hatte zuerst „Spiegel Online“ berichtet.

Stahl sagte, soweit er wisse, wollten die Münchner Richter nicht selber nach Zwickau reisen, sondern einen Amtsrichter vor Ort mit der Befragung betrauen. Zschäpes Verteidiger seien mit dabei. Das Protokoll der Befragung solle dann als Urkundsbeweis in den Prozess eingeführt werden. Der Zeitpunkt der Befragung sei noch offen. Vom Oberlandesgericht war dazu bisher keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Zeugin soll unter Demenz leiden. Sie war schon einmal per Videoschaltung mit dem Münchner Gericht verbunden, konnte den Fragen des Richters aber kaum folgen. Die Videovernehmung war darum nach wenigen Minuten abgebrochen worden.

dpa

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