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Beate Zschäpe sitzt im Oberlandesgericht in München an ihrem Platz. Foto: Peter Kneffel/Archiv

NSU-Prozess

Kein Beweis für Campingurlaub ohne Zschäpe

München - Mundlos und Böhnhardt sollen sich nach ihrem Nagelbombenanschlag in Köln allein auf einem Campingplatz erholt haben - ohne Beate Zschäpe. Widerlegen können die Ermittler das nicht, allerdings auch nicht bestätigen.

Die Aussage der mutmaßlichen Rechtsterroristin Beate Zschäpe, ihre Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt seien unmittelbar nach deren Bombenanschlag auf die Kölner Keupstraße im Jahr 2004 ohne sie zum Campen gefahren, haben Ermittlungen der Polizei nicht bestätigen können. Mehrere Ermittler waren am Dienstag als Zeugen zum NSU-Prozess in München geladen. Den Beamten zufolge gibt es nur Hinweise auf Urlaube, die das NSU-Trio gemeinsam verlebt hat.

Zschäpe hatte in einer ihrer Aussagen erklären lassen, sie habe von dem Kölner Anschlag nur aus dem Fernsehen erfahren. Mundlos und Böhnhardt seien danach „auf irgendeinen Campingplatz“ gefahren. Sie habe nicht dabei sein wollen und den beiden Männern fortan nicht mehr vertraut.

Fotos belegen Urlaub nach Bombenanschlag in Köln

Einer der Nebenklage-Anwälte hatte diese Aussage bezweifelt und im Gericht Urlaubsfotos zeigen lassen, auf denen Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt gemeinsam zu sehen sind. Dieser Urlaub, so die Ermittler, habe sechs Wochen nach dem Kölner Bombenanschlag begonnen.

Außerdem soll das Trio bereits zehn Tage nach dem Kölner Anschlag bei einem Campingplatz in Schleswig-Holstein gewesen sein. Der Betreiber dieser Anlage, der am Dienstag ebenfalls als Zeuge aussagte, erinnerte sich an „eine Frau und zwei Männer“. Die drei hätten ein bereits reserviertes Wohnmobil inspiziert, seien damit aber nicht zufrieden gewesen und wieder abgereist.

Angeklagt ist Zschäpe neben dem Kölner Anschlag vor allem für die Serie von zehn Morden aus überwiegend rassistischen Motiven. Mit Mundlos und Böhnhardt lebte sie 13 Jahre im Untergrund. Erst nach dem Tod ihrer beiden Gefährten im November 2011 stellte sie sich der Polizei.

dpa

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