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Nach Prügel-Attacke im Juli 1998

NSU-Prozess: Mitangeklagter entschuldigt sich bei Opfer

München - Reumütig zeigte sich Carsten S., einer der Mitangeklagten im NSU-Prozess, am Dienstag. Mit Tränen in den Augen entschuldigte er sich bei einem Prügel-Opfer. 

Einer der Mitangeklagten im Münchner NSU-Prozess hat sich am Dienstag bei einem Zeugen entschuldigt, der im Juli 1998 von Neonazis in Jena verprügelt und verletzt worden war. Carsten S. sagte: „Ich war dabei“. Auch er habe zu der Gruppe der Schläger gehört. „Dafür wollte ich mich entschuldigen“. Prozessbeteiligte in Sichtweite sagten anschließend, S. habe sich dabei Tränen aus den Augen gewischt.

Der Zeuge erlitt bei der Schlägerei nach eigener Aussage einen Nasenbeinbruch, der „chirurgisch gerichtet“ worden sei. Das Gericht zeigte Bilder aus seiner Krankenakte, auf denen die schiefe Nase und ein zugeschwollenes Auge zu sehen waren.

S. ist angeklagt, weil er die Mordwaffe der NSU-Terroristen vom Typ „Ceska“ gekauft und zu Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gebracht haben soll, die zu dieser Zeit mit Beate Zschäpe in Chemnitz untergetaucht waren. Er ist der einzige Angeklagte, der ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Darin hatte er auch die Prügelei offenbart, zu der der Zeuge am Dienstag geladen war.

Zschäpe ist in dem Verfahren die Hauptangeklagte. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mittäterschaft an zehn überwiegend fremdenfeindlich motivierten Morden vor.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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