+
Der NSU-Prozess war am Mittwoch nach einem Monat Sommerpause fortgesetzt worden.

Zeuge meldete sich krank

NSU-Prozess: Mundlos empfahl "kleine autonome Gruppen"

München - Im Münchner NSU-Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat das Gericht Schriftstücke zur Vorgeschichte der Terrorserie verlesen.

Dazu gehörten Briefe, die einer der beiden gestorbenen Männer des NSU-Trios, Uwe Mundlos, Mitte der 90er Jahre an mehrere "Kameraden" verschickt hatte. Er klagte darin, man könne angesichts zahlreicher Behördenspitzel "fast nichts mehr wirklich planen". Es führe darum wohl eher "zum Sieg", nur noch in "kleinen autonomen Gruppen zu arbeiten".

Wenige Jahre später tauchten Zschäpe, Mundlos und Uwe Böhnhardt in den Untergrund ab und verübten laut Anklage zehn Morde und zwei Sprengstoffanschläge. Die Bundesanwaltschaft ist davon überzeugt, dass sich der "Nationalsozialistische Untergrund" (NSU) als derartige autonome Kleingruppe verstand. Schriftstücke wie die Mundlos-Briefe gelten in Strafprozessen nur dann als verwertbare Beweise, wenn sie formell eingebracht werden - meist dadurch, dass ein Richter sie vorliest.

Der einzige Zeuge des Tages hatte sich krankgemeldet. Es handelt sich um einen früheren Anführer des rechtsextremen "Thüringer Heimatschutzes", zu dem auch das NSU-Trio gehörte.

Der NSU-Prozess war am Mittwoch nach einem Monat Sommerpause fortgesetzt worden. Kommende Woche legt das Oberlandesgericht eine weitere Unterbrechung ein. Regulär geht das Verfahren am 15. September weiter. Das Gericht hat für die dann folgenden Monate wieder drei Termine pro Woche geplant.

Pressemitteilung zur Anklageerhebung im NSU-Prozess

Terminliste NSU-Prozess zweite Jahreshälfte 2015

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landtagsausschuss für Aufhebung der Immunität von AfD-Chefin Petry
Wird es jetzt für Frauke Petry ungemütlich? Der zuständige Ausschuss des sächsischen Landtags hat sich am Donnerstagvormittag für die Aufhebung von Petrys Immunität …
Landtagsausschuss für Aufhebung der Immunität von AfD-Chefin Petry
„Wir sind das Volk“: Das entgegnete Angela Merkel am Mittwoch
Angela Merkel muss sich zum Wahlkampfauftakt einiges anhören - auch am Mittwoch in Heilbronn. Die Kanzlerin zeigt sich allerdings durchaus schlagfertig.
„Wir sind das Volk“: Das entgegnete Angela Merkel am Mittwoch
Südkoreas Präsident: Nordkorea nähert sich "roter Linie"
Südkoreas Präsident Moon Jae In will einen neuen Krieg auf der koreanischen Halbinsel um jeden Preis verhindern. Er betont, dass die USA nicht einseitig gegen Nordkorea …
Südkoreas Präsident: Nordkorea nähert sich "roter Linie"
Fox News: Kein Republikaner will Trumps Haltung verteidigen
Die Unterstützung für Donald Trump bröckelt offenbar auch stark innerhalb seiner eigenen Partei. Nach Angaben des rechtskonservativen Senders Fox News, ließ sich kein …
Fox News: Kein Republikaner will Trumps Haltung verteidigen

Kommentare