NSU-Prozess

Nebenkläger werfen "SS-Ralle" Falschaussage vor

München - Im NSU-Prozess gibt es Wirbel um die Aussage eines Zeugens mit dem Spitznamen "SS-Ralle". Mehrere Nebenkläger bezichtigen ihm der Falschaussage.

Mehrere Nebenkläger im NSU-Prozess werfen einem Zeugen Falschaussagen vor und fordern staatsanwaltliche Ermittlungen gegen ihn. Das geht aus einer schriftlichen Erklärung der Anwälte hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Bei dem Zeugen handelt es sich um einen Mann, der nach eigenen Worten in der Szene „SS-Ralle“ genannt wurde. Er hatte ausgesagt, er kenne weder Beate Zschäpe noch sei er ihren mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt begegnet. Im Brandschutt der Fluchtwohnung des Trios in Zwickau war allerdings sein Ausweis gefunden worden. Die Nebenkläger zitieren außerdem aus einem Aktenvermerk, wonach ein anderer Zeuge gehört habe, wie die drei sich über „SS-Ralle“ unterhalten hätten.

Die Bundesanwaltschaft teilte auf Anfrage mit, eine falsche Aussage sei in der Regel erst nach Prozessende feststellbar. Die für ein Ermittlungsverfahren zuständige Staatsanwaltschaft München I hat nach Angaben eines Sprechers bisher keine Anzeige gegen den Zeugen erhalten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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