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Der Umbau des Gerichtssaal für den NSU-Prozess hat rund 1,25 Millionen Euro gekostet.

Gerichtssaal fertig umgebaut

NSU-Prozess: Noch mehr Nebenkläger

München - Der Gerichtssaal für den NSU-Prozess wurde für einen Millionenbetrag umgebaut. Genug Platz gibt es trotzdem nicht. Derweil steigt die Zahl der Nebenkläger auf 77.

Der Gerichtssaal 101 des OLG München für den Münchner Prozess um die Verbrechen des rechtsextremen Terrornetzwerks NSU ist fertig. Insgesamt soll der Saal nun etwa 250 Plätze haben. Gut 100 Plätze auf der Empore gibt es für Presse und weiteres Publikum, unten sind weitere rund 130 Plätze für die Nebenkläger und ihre Anwälte. Hinzu kommen fünf Angeklagte mit elf Verteidigern, bis zu fünf Bundesanwälte sowie der fünfköpfige Senat mit seinen drei Ergänzungsrichtern - für den Fall, dass ein Richter während des Prozesses ausfällt. Wo die einzelnen Angeklagten sitzen werden, blieb zunächst offen. „Das Gericht möchte aus Sicherheitsgründen zur Sitzordnung der Angeklagten und ihrer Verteidiger sowie der Nebenkläger keine Information herausgeben“, sagte Titz.

Es gebe jetzt Mikrofone für die Nebenkläger, Kameras sowie eine Anlage, die das Simultandolmetschen erlaube, sagte Sprecherin Andrea Titz, die zum Prozess die Pressestelle verstärkt. „Das ist ein Novum im Vergleich zu anderen Verfahren.“

Akkreditierungsverfahren steht weiter in der Kritik

Doch auch nach dem Umbau für rund 1,25 Millionen Euro reichen die Plätze nicht. Weiterhin gibt es keine Lösung für die türkischen Medien, die beim Akkreditierungsverfahren keinen der 50 reservierten Pressesitze ergattern konnten. Das Gericht habe sich trotz vieler Appelle und Vorschläge nicht bewegt, bedauerte der Verein der Ausländischen Presse in Deutschland (vap). Der Verband warf dem OLG erneut mangelnde Sensibilität vor. „Wir unterstützen die Verfassungsbeschwerde unserer Kollegen der türkischen Zeitung "Sabah" und hoffen auf einen Erfolg.“ Einen Termin für die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gab es am Freitagnachmittag nicht.

Nicht ganz geklärt waren am Freitag ebenfalls die genauen Bedingungen für die Berichterstattung. Unklar war etwa, wie lange ein Journalist seinen reservierten Platz verlassen kann, ohne dass er diesen verliert.

Jetzt 77 Nebenkläger

Die Zahl der Nebenkläger stieg vor Prozessbeginn am Mittwoch (17. April) nochmals an. 77 Angehörige von Opfern sowie Betroffene haben sich beim Oberlandesgericht angemeldet, wie Sprecherin Margarete Nötzel am Freitag sagte. Sie werden von 53 Anwälten vertreten.

Von Mittwoch an müssen sich die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer verantworten. Dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) werden zehn Morde an neun türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmen sowie an einer Polizistin zur Last gelegt.

dpa

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