Auto fährt in Menschenmenge in Helsinki: Ein Toter

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Die Keupstraße in Köln nach dem Anschlag im Jahr 2004.

Für Irritationen gesorgt

NSU-Prozess: Nebenkläger war nicht am Tatort

München - Im Münchner NSU-Prozess ging es erneut um den Nagelbombenanschlag in Köln. Dabei sorgte ein Zeuge für Irritationen - weil er gar nicht am Tatort war, aber dennoch von einem Anwalt als Nebenkläger vertreten wird.

Im Münchner NSU-Prozess hat ein Zeuge im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag in der Kölner Keupstraße für Irritationen gesorgt. Bei der Vernehmung des Mannes, der in dem Verfahren von einem Anwalt als geschädigter Nebenkläger vertreten wird, stellte sich heraus, dass dieser während der Explosion nicht am Tatort, sondern in seinem Auto Richtung Keupstraße unterwegs war.

Bei dem Anschlag im Juni 2004 waren 22 Menschen teils schwer verletzt worden. Verantworten muss sich dafür die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, die außerdem wegen zehn Morden aus überwiegend rassistischen Motiven angeklagt ist.

Er habe an einer Ampel vor einer Kreuzung zur Keupstraße gewartet, als er den lauten Knall gehört habe, gab der Zeuge am Mittwoch zu Protokoll. Richter Manfred Götzl konfrontierte ihn daraufhin mit einem Schriftsatz seines Anwalts Ferhat Tikbas. Darin heißt es, der Zeuge habe „sich zum Anschlagszeitpunkt im Bereich der Keupstraße 29“ aufgehalten. Dort war der Sprengsatz explodiert.

Richter Götzl zitierte zudem aus dem Anwaltsschreiben, der Mann habe „durch die Explosion zusätzlich ein Knalltrauma auf beiden Ohren“ erlitten, „das eine erhebliche Einschränkung des Hörvermögens mit sich brachte.“ Vor Gericht sagte der Zeuge, „der Knall war laut, aber es war nicht so, dass mein Trommelfell geplatzt wäre“. Ansonsten sei er unversehrt geblieben.

In dem Schriftsatz ging es um die Zulassung des Zeugen als Nebenkläger im NSU-Prozess und damit auch um die Prozessvertretung für den Anwalt. Am Rande äußerten mehrere andere Nebenkläger-Anwälte Unverständnis für den Vorfall. Er schade dem Anliegen der wirklich Geschädigten und Hinterbliebenen der Mordopfer des NSU. Schon vor Prozessbeginn im Mai 2013 hatte es Kontroversen über die Versuche einzelner Anwälte gegeben, Anwohner der Keupstraße offensiv als Mandanten und Nebenkläger zu gewinnen.

Am Mittwoch sagten auch die Mutter und die Schwester des Zeugen aus. Sie hatten die Explosion beide aus der Nähe erlebt. Nach ihrer Erinnerung fürchtete die Polizei damals, dass unbekannte Täter eine weitere Bombe zünden könnten. Am Abend habe die Familie darum ihre Wohnung verlassen müssen. Erst nach Mitternacht habe sie nach Hause zurückkehren dürfen.

dpa

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