+
Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle

Minister verteidigt Kurs der Länder

Numerus Clausus: Spaenle sieht „keine Watschn“ für die Politik

Das Aus für den bisherigen NC im Medizinstudium war ein Paukenschlag. Bayerns Kultusminister Spaenle sieht die bisherige Bildungspolitik dennoch nicht angefochten.

München - Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Vergabe von Medizin-Studienplätzen hat Bayerns Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) die Bildungspolitik der Länder verteidigt. Das Urteil sei „keine Watschn“ für die Bildungspolitik, sagte Spaenle dem „Bayerischen Rundfunk“ am Dienstagabend.

Ärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery hatte zuvor erklärt, das Urteil sei eine heftige Ohrfeige für „eine kleinstaatliche Bildungspolitik, die es nicht schafft, das Abitur bundesweit chancengleich und chancengerecht zu gewährleisten“.

Spaenle: Wartezeit muss verkürzt werden

Die Karlsruher Richter hatten das Vergabeverfahren am Dienstag teilweise für verfassungswidrig erklärt. So muss bei der Vergabe nach Wartesemestern der Zeitraum begrenzt werden. Außerdem dürfe die Abiturnote nicht das einzige Kriterium sein.

Spaenle sieht die Bildungspolitik der Länder im Kern bestätigt. „Das sagt das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich: Wenn eine Platzzahl begrenzt ist, dann dürfen auch Kriterien angelegt werden. Die müssen aber nachvollziehbar und transparent sein“, sagte Spaenle. Das Urteil diene „dem gleichberechtigten Zugang“ zum Studium. Die Wartezeit auf das Medizinstudium müsse verkürzt werden, so der Minister. Erste Gespräche zur notwendigen Änderung des Staatsvertrages zum Hochschulzulassungsgesetz sollen laut Spaenle Anfang 2019 erfolgen.

Numerus Clausus gekippt: Das ändert sich für künftige Medizinstudenten

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mehrheit missbilligt Handeln der Regierung im Fall Maaßen
Die Beförderung von Verfassungsschutz-Präsident sorgt in der SPD für neuen Sprengstoff. Eine Umfrage zeigt außerdem, dass die Bürger die Art und Weise wie CDU, CSU und …
Mehrheit missbilligt Handeln der Regierung im Fall Maaßen
EU-Gipfel in Salzburg - Nach Tusks Absage: May kündigt neuen Brexit-Plan an
Bei dem informellen EU-Gipfel sind 28 Staats- und Regierungschefs in Salzburg zusammen gekommen. Theresa May hat einen neuen Brexit-Plan angekündigt. Der News-Ticker.
EU-Gipfel in Salzburg - Nach Tusks Absage: May kündigt neuen Brexit-Plan an
Athen: Reparationsforderung für Kriegsschäden weiter möglich
Es ging schon einmal vor drei Jahren um 289 Milliarden Euro, die Griechenland von Deutschland für Schäden und Verbrechen im Zweiten Weltkrieg verlangte. Jetzt taucht die …
Athen: Reparationsforderung für Kriegsschäden weiter möglich
Polens Präsident ernennt trotz EU-Streits zehn neue Richter
Es drohen EU-Sanktionen wegen des Umbaus der polnischen Justiz. Das hält Präsident Andrzej Duda nicht davon ab, zahlreiche neue Richter zu ernennen und missliebige …
Polens Präsident ernennt trotz EU-Streits zehn neue Richter

Kommentare