Seehofer muss wohl auch mit Schweizern reden

Nur gut ein Viertel der illegal Eingereisten kommt offenbar aus Österreich

Nur gut ein Viertel aller unerlaubt nach Deutschland eingereisten Migranten ist einem Medienbericht zufolge in den ersten fünf Monaten dieses Jahres von Österreich aus gekommen.

Das geht nach dem Bericht der "Rheinischen Post" vom Donnerstag aus einer Auflistung der Bundespolizei hervor. 73 Prozent der insgesamt 18.024 festgestellten, illegalen Grenzübertritte erfolgte demnach über andere Grenzen oder die Flug- und Seehäfen.

Der Statistik zufolge kamen 4935 der illegal Einreisenden über die deutsch-österreichische Grenze, 2039 aus der Schweiz, 1905 aus Tschechien, 1622 aus Frankreich, 857 aus Belgien, 815 aus Dänemark, 789 aus Polen und 627 aus den Niederlanden. An den Flughäfen wurden demnach 3747 illegale Einreisen registriert, an den Seehäfen 591.

Der baden-württembergische CDU-Landesgruppenchef Andreas Jung forderte angesichts der langen Landgrenzen zu Frankreich und zur Schweiz ein Rücknahmeabkommen auch mit der Schweiz. "Horst Seehofer sollte deshalb nicht nur nach Wien reisen, sondern auch mit Bern sprechen", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post".

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Bundesinnenminister Seehofer (CSU) will am Donnerstagnachmittag mit der österreichischen Regierung über ein Rücknahmeabkommen für Flüchtlinge sprechen. Hintergrund sind die umstrittenen Transitzentren an der Grenze, auf die sich CDU und CSU am Montag nach langem Ringen verständigt hatten.

Auch der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kündigte verstärkte Anstrengungen an, um Rückführungen von Flüchtlingen zu beschleunigen. Er lehnt für sein Land allerdings Transitzentren ab und will stattdessen die von der Bundesregierung geplanten Ankerzentren nutzen.

Spediteure warnen vor schärferen Grenzkontrollen zwischen Österreich und Italien

"Ich setze sehr darauf, dass Personen, die in der Schleierfahndung an der deutsch-polnischen oder deutsch-tschechischen Grenze aufgegriffen werden, in die Ankerzentren kommen und dort die Verfahren massiv verkürzt werden", sagte Kretschmer ebenfalls der "Rheinischen Post".

afp

Rubriklistenbild: © AFP / CHRISTOF STACHE

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