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Viele Deutsche empfinden es als ungerecht, dass für Zinsen und Kapitaleinkünfte teilweise ein niedrigerer Steuersatz als für Lohn gilt oder der Staat Ehepaare stärker fördert als Alleinerziehende. Foto: Oliver Berg

Lange Liste von Ärgernissen

Nur jeder Vierte hält Deutschland für gerecht

Hamburg (dpa) - Nur jeder vierte Deutsche beurteilt die Verhältnisse hierzulande alles in allem als gerecht. Dagegen finden 29 Prozent der Bundesbürger, dass es weitgehend ungerecht zugeht, 11 Prozent sogar "ganz und gar ungerecht", wie eine Forsa-Befragung für den "Stern" ergab.

Für viele Ungerechtigkeiten machen die Befragten überwiegend den Staat und seine Steuerpolitik verantwortlich.

So halten es jeweils 72 Prozent für ungerecht, dass für Zinsen und Kapitaleinkünfte teilweise ein niedrigerer Steuersatz als für Lohn gilt oder der Staat Ehepaare stärker fördert als Alleinerziehende. 84 Prozent empfinden es als ungerecht, dass private Immobilienkäufer Grunderwerbssteuer zahlen müssen, Firmen das aber umgehen können.

Auch die Verteilung der Einkommen im Land wird als ungerecht empfunden. Fast alle Befragten, nämlich 96 Prozent, finden es nicht gerecht, wenn Frauen bei gleicher Qualifikation weniger verdienen als Männer. 90 Prozent monieren, dass Pflegekräfte schlechter bezahlt werden als Servicetechniker, 84 Prozent, dass Manager und Unternehmenschefs Millionen-Gehälter bekommen.

Und dass Leiharbeiter in einem Betrieb weniger verdienen als Festangestellte, beanstanden 80 Prozent. Eine breite Mehrheit von 88 Prozent macht zudem als ungerecht aus, dass Normalbürger die Mieten für Wohnungen in Großstädten kaum noch bezahlen können.

Unter denen, die die Verhältnisse als gerecht empfinden, sind überdurchschnittlich viele Anhänger der Union (38 Prozent) und der Grünen (33 Prozent) oder Befragte mit Haushaltseinkommen von mehr als 3000 Euro (28 Prozent).

Umfrage Stern

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