+
Vor allem die Steuerpolitik stößt vielen Deutschen sauer auf. 

Forsa-Umfrage

Nur jeder Vierte hält Deutschland für gerecht

Hamburg - Rund vierzig Prozent aller Deutschen empfinden die Verhältnisse in Deutschland als ungerecht. Doch was sind die Gründe? Knackpunkt ist dabei vor allem die Steuerpolitik.

Nur jeder vierte Deutsche beurteilt die Verhältnisse hierzulande alles in allem als gerecht. Dagegen finden 29 Prozent der Bundesbürger, dass es weitgehend ungerecht zugeht, 11 Prozent sogar „ganz und gar ungerecht“, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Forsa-Befragung für den „Stern“ ergab. Für viele Ungerechtigkeiten machen die Befragten überwiegend den Staat und seine Steuerpolitik verantwortlich.

So halten es jeweils 72 Prozent für ungerecht, dass für Zinsen und Kapitaleinkünfte teilweise ein niedrigerer Steuersatz als für Lohn gilt oder der Staat Ehepaare stärker fördert als Alleinerziehende. 84 Prozent empfinden es als ungerecht, dass private Immobilienkäufer Grunderwerbssteuer zahlen müssen, Firmen das aber umgehen können.

Lohnverteilung zwischen Frau und Mann wird nach wie vor als ungerecht empfunden

Auch die Verteilung der Einkommen im Land wird als ungerecht empfunden. Fast alle Befragten, nämlich 96 Prozent, finden es nicht gerecht, wenn Frauen bei gleicher Qualifikation weniger verdienen als Männer. 90 Prozent monieren, dass Pflegekräfte schlechter bezahlt werden als Servicetechniker, 84 Prozent, dass Manager und Unternehmenschefs Millionen-Gehälter bekommen.

Und dass Leiharbeiter in einem Betrieb weniger verdienen als Festangestellte beanstanden 80 Prozent. Eine breite Mehrheit von 88 Prozent macht zudem als ungerecht aus, dass Normalbürger die Mieten für Wohnungen in Großstädten kaum noch bezahlen können.

Unter denen, die die Verhältnisse als gerecht empfinden, sind überdurchschnittlich viele Anhänger der Union (38 Prozent) und der Grünen (33 Prozent) oder Befragte mit Haushaltseinkommen von mehr als 3000 Euro (28 Prozent).

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Anschlag in Kabul: Zahl der Toten steigt auf mindestens 31
Nach dem Selbstmordanschlag vor einem Zentrum zur Registrierung von Wählern in Kabul ist die Zahl der Toten auf 31 gestiegen.
Anschlag in Kabul: Zahl der Toten steigt auf mindestens 31
31 Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul
Kabul (dpa) - Die Zahl der Toten bei einem Selbstmordanschlag in Kabul ist auf mindestens 31 gestiegen. Weitere 54 Menschen seien verletzt worden, als eine Bombe an …
31 Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul
Bayern: 42 Prozent für CSU - SPD, Grüne und AfD gleichauf
Berlin (dpa) - Ein halbes Jahr vor der Landtagswahl in Bayern hat die CSU einer neuen Umfrage zufolge an Zustimmung gewonnen. 42 Prozent der Befragten würden den …
Bayern: 42 Prozent für CSU - SPD, Grüne und AfD gleichauf
AfD stellte Anfrage zu Behinderten – bekommt sachliche Antwort und eine „Anzeige“
Es ist ein wiederkehrendes Prinzip der AfD: provozieren. Schlagzeilen machen. So wie mit der Kleinen Anfrage vom 23. März zu Schwerbehinderten. Das …
AfD stellte Anfrage zu Behinderten – bekommt sachliche Antwort und eine „Anzeige“

Kommentare