Kiews Bürgermeister Klitschko (li.) mit dem Ehepaar Reiter.

OB Reiter empfängt die Weltpolitik

Die Premiere des Lord Mayor of Munich

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München - Erstmals empfängt OB Dieter Reiter auf der Münchner Sicherheitskonferenz die Weltpolitiker. Sein Vorgänger Christian Ude nervte die Runde ab und zu - mit Kritik.

Eine Hand hat er in der Hosentasche, verpasst plaudernd fast seinen Einsatz, winkt dann locker vom Podium runter: Man kann nicht sagen, dass Dieter Reiter sonderlich angespannt wirkt an diesem Freitagabend. Unaufgeregt eröffnet Münchens neuer Oberbürgermeister den ersten Abend der Sicherheitskonferenz, spricht in recht passablem Englisch vor all den Weltpolitikern.

"Sie sind uns in München herzlich willkommen"

Der neue Stadt-Chef positioniert sich klar hinter der Konferenz. „Sie sollen wissen: Sie sind uns in München herzlich willkommen“, sagt der SPD-Politiker in seiner Rede. Er wolle am Empfang als Zeichen Münchner Gastlichkeit festhalten. Reiter betont, die „Vehemenz der Proteste“ sei zuletzt „doch merklich abgeflaut“. Das liege daran, dass die Konferenz „auch für kritische Geister und Institutionen, auch für Themen wie Abrüstung, Klimasicherheit oder die Flüchtlingsproblematik“ geöffnet worden sei. Wenn es um Dialog und Verständigung gehe, sei die Münchner Sicherheitskonferenz das „ideale Forum“.

Reiter erhält freundlichen Beifall, ehe er die Gäste zu Seeteufel-Saltimbocca ans Buffett bittet. Die außenpolitische Premiere wäre damit absolviert. Seine bisherigen Erfahrungen im Amt auf diesem Feld waren ja ausbaufähig. Er empfing mal Kiews Promi-Bürgermeister Klitschko, den er auch nun auf der Siko wiedersieht, den US-Botschafter und eine Reihe Amtskollegen aus europäischen Städten. Eine offizielle Auslandsreise soll aber erst heuer folgen, wohl im Mai nach Kiew, bisher hielt sich Reiter hier zurück. Seine schwarz-rote Koalition ist ja insgesamt deutlich weniger auf Reisen als einst Rot-Grün.

Reiter ist der "Lord Mayor of Munich"

Ob Reiter nach dem lockeren Einstand nicht doch ein bisschen erleichtert ist? Für den Oberbürgermeister ist der erste Siko-Abend immer ein bisschen riskant. Unter dem früheren OB Christian Ude waren die Erfahrungen durchwachsen. Mal ärgerte Ude die Konferenzteilnehmer mit einer erfrischend kritischen Rede. Dann wieder brüskierten sie ihn mit demonstrativem Desinteresse: Sein Auftritt ging vor vier Jahren im Tellergeklapper unter. Aus weltpolitischer Sicht ist so ein Grußwort eines Lokalpolitikers halt eine sehr nachgeordnete Angelegenheit.

Noch dazu war die Konkurrenz groß. Zwar ist nur Reiters Einladung offiziell im Programm vermerkt, als Empfang des „Lord Mayor of Munich“. Parallel veranstaltet aber ein Münchner Anwalt im Nobellokal „Käfer“ stets am Freitagabend ein transatlantisches Dinner. Die wichtigsten US-Politiker gehen traditionell lieber dorthin, der Medienauftrieb ist enorm. Einen weiteren Empfang gibt es zudem am Samstag, wenn die Staatsregierung feierlich in die Residenz einlädt.

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