Podiumsdiskussion in Alte Rotation zur OB-Wahl v.l. Kristina Frank, Dieter Reiter und Katrin Habenschaden
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Podiumsdiskussion in Alte Rotation zur OB-Wahl v.l. Kristina Frank, Dieter Reiter und Katrin Habenschaden

Letzte Elefantenrunde

Reiter, Frank und Habenschaden in der Wahlarena: So wollen die OB-Kandidaten in München bezahlbaren Wohnraum schaffen

  • Klaus Vick
    vonKlaus Vick
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Die drei Münchner OB-Kandidaten Dieter Reiter (SPD), Kristina Frank (CSU) und Katrin Habenschaden (Grüne) lieferten sich in der Wahl-Arena von tz, Münchner Merkur und 95.5 Charivari einen Schlagabtausch.

  • Am 15. März 2020 wählt München seinen neuen Oberbürgermeister.
  • Dieter Reiter (SPD), Katrin Habenschaden (Grüne) und Kristina Frank gelten als aussichtsreichste Bewerber.
  • In der letzten Elefantenrunde war vor allem das Thema Wohnraum heiß diskutiert. Die Debatte im Video zum Nachschauen.

München - Rund 300 Zuschauer waren in die Alte Rotation des Pressehauses an der Bayerstraße gekommen. Können die beiden jungen Herausforderinnen Kristina Frank (38) und Katrin Habenschaden (42) dem Platzhirsch Dieter Reiter (61) gefährlich werden? 2014 wurde der Sozialdemokrat zum OB gewählt - und er möchte auch weiter der Chef im Rathaus bleiben. Frank und Habenschaden wollen ihn aus dem Sattel heben. 

Am Donnerstag wurde deutlich: Die größten politischen Unterschiede liegen zwischen Reiter und Frank - was Grünen-Kandidatin Habenschaden eher amüsiert zur Kenntnis nahm: „Beide sind Vertreter der aktuellen Rathaus-Regierung, auch wenn es nicht so wirkt.“ Der SPD- und die CSU-Kandidatin gerieten bei der Wohnungsbau- und der Verkehrspolitik aneinander. Es kam auch zu einigen gegenseitigen persönlichen Angriffen. Reiter sagte etwa, er fühle sich den Mietern verpflichtet, was man von der CSU nicht behaupten könne. 

Alle Informationen zur OB-Wahl in München finden Sie hier.

OB-Wahl München 2020: So wollen die Kandidaten bezahlbaren Wohnraum schaffen

Nach Meinung Habenschadens ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum DIE „soziale Frage der Stadt“. Daher stehe sie auch voll hinter der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (SEM) im Münchner Nordosten. Nur so sei es möglich, günstige Wohnungen zu bauen und die Infrastruktur zu finanzieren. Für Frank hat die SEM jedoch viele Haken: Sie dauere viel zu lang und treibe einen Keil zwischen die ortsansässige Bevölkerung und die neu Hinzuziehenden. Reiter sprach sich dafür aus, „dort zu bauen, wo es Sinn macht“. Überdies gelte es, mit Investoren zu verhandeln, dass bei Neubaugebieten der Anteil preisbeschränkten Wohnens von aktuell zehn auf 30 Prozent erhöht wird. 

Bei der Verkehrspolitik kritisierten Reiter und Habenschaden die „populistische Haltung“ der CSU im Hinblick auf die Realisierung neuer Radwege. Reiter meinte: „Alle Städte der Republik würden uns beneiden, wenn 500 Meter neuer Radweg - wie auf der Fraunhoferstraße - das größte Problem sein sollen.“ Frank entgegnete, die CSU habe es sich trotz der Zustimmung zum Bürgerbegehren Radentscheid vorbehalten, jede einzelne Maßnahme zu prüfen. Ihr Vorwurf an Reiter: Er betreibe „Holterdipolter-Politik“. 

Zumindest in einem Punkt - es war eine Zuschauerfrage - herrschte am Ende Einigkeit. Den Ausbau des Grünwalder Stadions befürworteten alle drei.

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