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Die Air Force One landete am Freitag auf dem Militärstützpunkt Rammstein.

Obama besucht „klein Amerika“ in der Pfalz

Ramstein/Landstuhl - US-Präsident Barack Obama durfte sich zum Abschluss seines Deutschlands-Besuchs ganz wie zu Hause fühlen. Er besuchte den Militärstützpunkt Rammstein.

US-Präsident Barack Obama durfte sich zum Abschluss seines Deutschlands-Besuchs ganz wie zu Hause fühlen. Eine kurze Visite an den Krankenbetten von kriegsverletzten Soldaten im US-Militärkrankenhaus in pfälzischen Landstuhl ging am Freitagabend komplett ohne deutsche Öffentlichkeit über die Bühne. Zwar machte der Präsident in Rheinland-Pfalz Station, doch in Wirklichkeit ging es durch und durch amerikanisch zu.

In Ramstein, dem größten US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb der USA, blieben die Amerikaner unter sich - und die Deutschen draußen vor den hohen Zäunen. Als der 47-jährige Obama mit dem Präsidenten-Jumbo “Air Force One“ auf dem Vorfeld in Ramstein leichtfüßig die Gangway hinab schritt, winkten ihm paar Dutzend Familien aus der Ferne zu. Nach einer kurzen Begrüßungszeremonie ließ sich der mächtigste Mann der Welt per Autokonvoi ins etwa drei Kilometer entfernte Hospital nach Landstuhl eskortieren. “Wir sind sehr stolz, dass Obama die größte amerikanische Gemeinde außerhalb der Vereinigten Staaten besucht“, sagte Oberst Donald Bacon, Befehlshaber über das 435. Luftwaffen-Geschwader, in Ramstein.

Von deutschen Würdenträgern keine Spur. Weder örtliche Bürgermeister noch der rheinland-pfälzische Landesvater Kurt Beck (SPD) waren beim Händeschütteln zugegen. Es war der erste Besuch Obamas in Rheinland-Pfalz. Im Hospital ging Obama von Krankenzimmer zu Krankenzimmer, um im Irak und in Afghanistan verwundete Patienten zu besuchen, wie Krankenhaus-Sprecherin Marie Shaw berichtete. Mit möglichst vielen wollte er sprechen. Zig Erinnerungsfotos wurden geschossen. Seit Ende 2001 waren in dem Hospital rund 55.000 verletzte Soldaten behandelt worden.

Obamas persönlicher Wunsch

Der Stopp in Landstuhl war Obama wichtig: Es sei sein persönlicher Wunsch gewesen zu kommen, sagte Oberst Bacon. Eigentlich wollte der Präsident den Soldaten bereits im vergangenen Sommer einen Besuch abstatten. Doch dieser war in letzter Sekunde abgesagt worden, weil Obama damals als demokratischer US-Präsidentschaftsbewerber kommen wollte - und das Pentagon Wahlkampf am Krankenbett argwöhnte.

Wer Obama von außerhalb der Air Base sehen wollte, brauchte gute Augen oder ein Fernglas. Von einem Turm auf einer Anhöhe in Landstuhl bot sich ein guter Blick auf die Landung der Präsidenten-Maschine. Ein paar Menschen beobachteten von hier aus beeindruckt, wie das riesige Flugzeug einschwebte. Und da drüben, der winzige Mann - das könnte doch der Präsident gewesen sein, oder?

Ein amerikanischer Mikrokosmos

Die US-Militärgemeinde Kaiserslautern, zu der Ramstein und Landstuhl gehören, ist ein amerikanischer Mikrokosmos mit eigenen Läden, eigenem Kino und eigener Polizei. Gut 12.000 US-Soldaten leben dort mit etwa 17.000 Familienangehörigen. Rechnet man die zivilen Angestellten und Amerikaner im Ruhestand hinzu, leben rund 45.000 Amerikaner in der Pfalz - so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Mit dem Blitzbesuch in der Pfalz ging Obamas eintägiger Deutschland-Besuch nach Stationen in Dresden und in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar zu Ende. Am Samstag wollte der US-Präsident in der Normandie an den Feiern zum 65. Jahrestag der Landung der Alliierten teilnehmen.

dpa

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