+
US-Präsident Barack Obama (r) und First Lady Michelle begrüßen Chinas Präsident Xi Jinping mit Ehefrau Peng Liyuan zu einem Staatsbankett im Weißen Haus. Foto: Erik S. Lesser

Obama ehrt Xi nach belasteten Gesprächen mit Staatsbankett

Große Durchbrüche in Streitfragen gab es beim Treffen zwischen Obama und dem chinesischen Präsidenten Xi nicht - und sie wurden auch nicht erwartet. Da störte es manche, dass der US-Präsident seinem Gast eine prunkvolle Party gab.

Washington (dpa) - Nach Gesprächen im Weißen Haus hat US-Präsident Barack Obama seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping am Freitagabend (Ortszeit) mit einem umstrittenen Bankett verabschiedet.

Obama-Kritiker hatten die prunkvolle Veranstaltung zum Abschluss von Xis Staatsbesuch in Washington angesichts der vielen Differenzen mit China als unangemessen bezeichnet.

So wirft die US-Regierung - neben dem Dauerstreitpunkt Menschenrechte - China massive Cyberspionage auf verschiedenen Gebieten vor. Dieses Thema hatte Xis ersten USA-Besuch als Staatspräsident überschattet und war eines der Hauptthemen bei den Washingtoner Gesprächen.

Wie Obama anschließend in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Gast mitteilte, vereinbarten beide Länder, Cyberattacken zwecks Diebstahls intellektuellen Eigentums zu unterlassen. Das ist zwar ein Fortschritt, aber die China zur Last gelegten Cyberangriffe gehen aber weit über diese eine Art von Cyberkriminalität hinaus.

Keinerlei Bewegung gab es im Territorialkonflikt im Südchinesischen Meer. China reklamiert dort Inseln für sich und will anderen Ländern den Überflug verbieten. Xi wiederholte diese Position am Freitag. Obama bekräftigte, die USA würden sich weiter überall dort bewegen, wo ihnen internationales Recht dieses erlaube.

Weitere Annäherungen gab es dagegen beim Thema Klimaschutz. Peking will 2017 landesweit in den Handel mit CO2-Zertifikaten einsteigen, um den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu reduzieren. Die Pläne für den Einstieg in den Emissionshandel waren bereits bekannt, in Washington wurden sie jetzt konkretisiert.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Designierter SPD-NRW-Chef: Rechtspopulisten mitten in Union
Bochum (dpa) - Der designierte nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Sebastian Hartmann hat der CSU im Asylstreit Rechtspopulismus vorgeworfen. "Die Rechtspopulisten …
Designierter SPD-NRW-Chef: Rechtspopulisten mitten in Union
Ein Monat DSGVO: Neue Regeln überlasten Datenschutz-Behörden
Berlin (dpa) - Der erste Monat mit der neuen europäischen Datenschutz-Verordnung hat die deutschen Behörden zum Teil an ihre Grenzen gebracht. Neben Beschwerden bekommen …
Ein Monat DSGVO: Neue Regeln überlasten Datenschutz-Behörden
Baukindergeld nur bis 120 Quadratmeter Wohnfläche
Es ist ein Lieblingsprojekt der CSU und wird nun deutlich gestutzt. Weil das Baukindergeld von deutlich mehr Familien als erwartet beantragt werden könnte, verschärft …
Baukindergeld nur bis 120 Quadratmeter Wohnfläche
Libyens Küstenwache birgt 175 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer
Tripolis (dpa) - Libyens Küstenwache hat innerhalb eines Tages nach eigenen Angaben erneut 175 Flüchtlinge im Mittelmeer geborgen. Vor der Küste im Westen des Landes …
Libyens Küstenwache birgt 175 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.