Sperrung auf S4- und S6-Strecke – wann kommt Schienenersatzverkehr?

Sperrung auf S4- und S6-Strecke – wann kommt Schienenersatzverkehr?
+
US-Präsident Barack Obama begrüßt Besucher nach seiner Rede am 25.04.2016 auf der Hannover Messe.

US-Präsident zu Gast auf Hannover-Messe

Obama hält flammendes Plädoyer für "starkes und vereintes Europa"

Hannover - Mit einem flammenden Plädoyer hat US-Präsident Barack Obama Europa zum Zusammenhalt aufgerufen. "Die Welt braucht ein starkes und vereintes Europa", sagte Obama am Montag in Hannover.

Er erinnerte an die Erfolge der europäischen Integration. Der Kontinent habe in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Fortschritte erzielt. Daher müsse die europäische Idee gegen EU-Skeptiker verteidigt werden.

"Die Ideale Europas erleuchten die Welt", sagte Obama. Die europäische Idee müsse gegen EU-Skeptiker verteidigt werden. "Vielleicht braucht man jemanden von außen, der Sie daran erinnert, was Sie Phantastisches erreicht haben." Die USA seien "der größte Verbündete und Freund" Europas.

Europa spiele eine entscheidende Rolle in der Welt, betonte der Gast aus den USA. "Europa trägt dazu bei, dass die Normen und Regeln aufrecht erhalten werden, mit denen Frieden geschaffen werden kann auf der ganzen Welt." Beispielsweise wären ohne die enge Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA das Atomabkommen mit dem Iran und das Klimaabkommen von Paris nicht möglich gewesen.

Obama: Europa muss mehr Engagement zeigen

Allerdings müsse Europa mehr Engagement in der Nato und in den Krisengebieten der Welt zeigen, forderte Obama. "Auch wenn Europa schon viel tut, können Europa und auch die Nato mehr tun." Notwendig sei unter anderem, dass jedes Nato-Mitgliedsland "seinen vollen Beitrag von zwei Prozent des Brutto-Inlandsproduktes" leiste. Dies sei nicht immer geschehen, kritisierte der US-Präsident. "Ich muss ehrlich sagen, dass Europa manchmal etwas selbstgefällig war hinsichtlich der eigenen Verteidigung."

Unter anderem dürfe nicht zugelassen werden, "dass Grenzen neu gezogen werden durch militärische Gewalt", forderte Obama mit Blick auf den Ukraine-Konflikt und warnte Russland: "Echte Größe ergibt sich nicht, indem man die Nachbarn einschüchtert."

Vor allem forderte Obama von Europa mehr Unterstützung im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Dies sei derzeit "die größte Herausforderung" in der Welt. "Wir müssen alles tun, um die Terroristen daran zu hindern, unsere Städte anzugreifen." Dabei würden sich Sicherheit und der Schutz der Privatsphäre nicht ausschließen, ging Obama auf Bedenken angesichts der Daten-Sammelwut vor allem des US-Geheimdienstes ein. "Wir können beides sichern."

Obama: Angst darf nicht internationaler Abschottung führen 

Der US-Präsident äußerte Verständnis dafür, dass angesichts der Anschläge in Europa und den USA viele Menschen Angst haben. Dies dürfe aber nicht zu einer Abschottung und einer inhumanen Flüchtlingspolitik führen. "Unsere Länder sind stärker, sicherer und erfolgreicher, wenn wir Menschen aus allen Kulturen und Religionen integrieren und wir eine Einheit werden." Dies gelte ausdrücklich auch für Muslime.

"Wenn die Zukunft unsicher ist, scheint es ein menschlicher Instinkt zu sein, sich in den Komfort und die Sicherheit des eigenen Stammes, der eigenen Sekte, des eigenen Landes zurückzuziehen - also zu Menschen, die so aussehen wie wir und so klingen wie wir", sagte Obama. "Doch das ist in der heutigen Zeit nur eine trügerische Sicherheit. Denn damit werden Menschen gegeneinander aufgebracht." Ausdrücklich lobte Obama einmal mehr das deutsche Handeln in der Flüchtlingskrise.

Obama hatte zuvor mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem gemeinsamen Rundgang die Hannover Messe besichtigt. Die USA sind in diesem Jahr das Gastland der weltgrößten Industrieschau. Am Montagnachmittag kam Obama in Hannover mit Merkel, dem britischen Premier David Cameron, Frankreichs Staatschef François Hollande und dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi zusammen, um über internationale Fragen zu beraten.

US-Präsident Obama zu Besuch in Hannover

Bilder: US-Präsident Barack Obama zu Besuch in Hannover

Obama nimmt Europa in die Pflicht

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Katalonien lässt Ultimatum verstreichen - Am Ende der Sackgasse
Die Fronten im Streit zwischen Spanien und der Region Katalonien sind verhärtet. Eine politische Sackgasse für alle Beteiligten. Kommentar von Politik-Redakteur …
Katalonien lässt Ultimatum verstreichen - Am Ende der Sackgasse
Innenressort: Keine belegbaren Zahlen zu Familiennachzug
Das Außenministerium und auch die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit haben jede Menge Zahlen zum Familiennachzug. Bei der Frage nach dem Nachzugsfaktor winkt das …
Innenressort: Keine belegbaren Zahlen zu Familiennachzug
Anwälte hoffen auf Bewegung im Fall Deniz Yücel
Seit fast acht Monaten sitzt Deniz Yücel in Untersuchungshaft in der Türkei, eine Anklage hat die Staatsanwaltschaft immer noch nicht vorgelegt. Seine Anwälte bauen nun …
Anwälte hoffen auf Bewegung im Fall Deniz Yücel
George W. Bush geht mit Trump hart ins Gericht
Jahrelang war von ihm kaum etwas zu hören. Nun meldet sich George W. Bush zu Wort, mit einer regelrechten Rums-Rede. Der Adressat ist klar, auch wenn der Name nie fällt: …
George W. Bush geht mit Trump hart ins Gericht

Kommentare