+
Unterschiedlicher Meinung: US-Präsident Barack Obama und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Foto: Amos Ben Gershom

Obama: Iran muss Israel für Atom-Deal nicht anerkennen

US-Präsident Obama gibt ein Interview nach dem anderen, um das Atomabkommen des Westens mit dem Iran gegen Kritik zu verteidigen. Dabei ging er nun erneut auf Distanz zu Israels Ministerpräsidenten Netanjahu.

Washington (dpa) - Eine Atom-Vereinbarung des Westens mit dem Iran muss laut US-Präsident Barack Obama nicht zur Bedingung haben, dass Teheran das Existenzrecht Israels anerkennt.

Es wäre eine "fundamentale Fehleinschätzung", dies zur Voraussetzung für ein Abkommen zu machen, sagte Obama in einem Interview des US-Radiosenders NPR, das ausgestrahlt wurde.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte jüngst erstmals gefordert, ein Abkommen müsse Irans Anerkennung des israelischen Staates enthalten. Die USA wollten zwar im Prinzip auch, dass der Iran Israel anerkenne, sagte Obama. Aber eine solche Forderung zum Gegenstand der Verhandlungen zu machen wäre gleichbedeutend damit zu sagen, man unterzeichne keinen Deal, wenn sich das iranische Regime nicht vollständig wandele. 

Man wolle den Iran daran hindern, eine Atomwaffe zu bauen, weil sich das Regime eben gerade nicht ändere. "Das ist ein guter Deal, wenn man bedenkt, dass der Iran in unnachgiebiger Opposition zu den USA und dem Westen und unseren Werten steht." Er hoffe, dass das Abkommen die moderaten Kräfte innerhalb des Landes stärke.

Bei der am Donnerstag erzielten Atom-Vereinbarung der UN-Vetomächte plus Deutschland mit dem Iran handelt es sich um Eckpunkte für ein endgültiges Abkommen, dass bis zum 30. Juni geschlossen werden soll. Obama betonte, dass bis dahin noch viele Details zu kären seien. "Wir müssen sehr hart arbeiten, um den Deal abzuschließen."

Obama-Interview

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Eklat droht: Ärger mit der AfD zum Start des neuen Bundestags
Normalerweise hat die konstituierende Sitzung des Bundestags zeremoniellen Charakter. Es fallen keine wichtigen Entscheidungen, es gibt keine Rededuelle und auch sonst …
Eklat droht: Ärger mit der AfD zum Start des neuen Bundestags
Berichte über schwere sexuelle Belästigungen im EU-Parlament
Im Zuge des Weinstein-Skandals beginnen nun auch Mitarbeiterinnen des Europaparlaments über das Thema sexueller Missbrauch zu reden. Ihre Berichte sind alarmierend. Auch …
Berichte über schwere sexuelle Belästigungen im EU-Parlament
Merkel peilt Abschluss von Jamaika-Sondierung bis Mitte November an
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) peilt die Entscheidung über eine Aufnahme offizieller Koalitionsverhandlungen für ein Jamaika-Bündnis bis Mitte November an.
Merkel peilt Abschluss von Jamaika-Sondierung bis Mitte November an
Lambrecht und Schmidt ziehen Bewerbung für Bundestagsvize-Posten zurück
Ursprünglich waren es drei Bewerber für den Posten des Bundestagsvize. Doch nach dem Rückzug hat Oppermann nun freie Fahrt.
Lambrecht und Schmidt ziehen Bewerbung für Bundestagsvize-Posten zurück

Kommentare