+
Obama traf Hinterbliebene und Überlebende des Massakers von Orlando. 

Neue Diskussion um Waffengesetze

Obama: Kampf gegen Terror nicht allein militärisch führen

Orlando - Der Krieg gegen den Terror im Nahen Osten ist das eine. Barack Obama will dem Terror in den USA aber auch mit neuen Waffengesetzen bekämpfen: Wer keine Waffen kaufen kann, kann keine Unschuldigen umbringen.

Die Terrorgefahr des Islamischen Staates (IS) lässt sich nach Auffassung von US-Präsident Barack Obama nicht ausschließlich mit Waffengewalt bannen. "Es wird mehr brauchen, als nur unser Militär", sagte Obama, als erin Orlando den Tatort des Massakers vom Wochenende besuchte.

Ein 29 Jahre alter Mann, der sich unter anderem auf den IS berief, hatte in der Stadt in Florida in einem Club für Schwule und Lesben gezielt Menschen erschossen, 49 Unschuldige starben. Die Polizei tötete den Täter.

Genauso wie der Kampf gegen den Islamischen Staat müsse der Kampf gegen den Missbrauch von Schusswaffen vorangetrieben werden, sagte Obama. Er habe sich mit den Eltern von Opfern getroffen. "Diejenigen, die den einfachen Zugang zu kraftvollen Schusswaffen propagieren, sollen sich bitte mit diesen Leuten treffen", sagte Obama. Wenn der Senat nicht handele, werde es weitere Massaker geben.

CIA-Direktor John Brennan hatte am Morgen erklärt, der IS trainiere weiterhin erfolgreich Kämpfer, die für Terrorangriffe ausgebildet werden. "Ungeachtet aller Fortschritte gegen den IS auf dem Schlachtfeld und im Finanzbereich haben unsere Anstrengungen die Fähigkeiten und die globale Reichweite der Terrorgruppe nicht reduziert", sagte Brennan. Der IS verfüge über "große Kader" westlicher Kämpfer, um westliche Länder zu attackieren.

Der republikanische Senator John McCain machte US-Präsident Barack Obama mitverantwortlich für das Attentat in Orlando. Seine Entscheidungen im Anti-Terror-Kampf seien direkt verantwortlich dafür. "Als er alle aus dem Irak abgezogen hat, ist Al-Kaida nach Syrien gegangen und zu ISIS geworden, und ISIS ist es heute, dank Obamas Versagen", sagte McCain einem Bericht der "Washington Post" zufolge am Donnerstag im Senat zu einer Gruppe Reportern.

Obama betonte, das Attentat in Orlando und auch der zurückliegende Terroranschlag im kalifornischen San Bernardino seien ohne die Steuerung durch ein größeres Terrornetzwerk erfolgt. Der Kampf gegen sogenannte Einsame Wölfe sei schwierig. "Wir können nicht jede entgleiste Persönlichkeit kriegen", sagte Obama. Es sei aber mit Beschränkungen beim Erwerb von Schusswaffen möglich, den Schaden zu begrenzen. "Wir können wenigstens einige Tragödien verhindern, wir können wenigstens einige Leben retten."

Begleitet wurde Obama auf dem Flug von dem republikanischen Senator Marco Rubio und der demokratischen Abgeordneten Corrine Brown. Beide stammen aus Florida. Dass Abgeordnete aus dem betroffenen Staat bei einem solchen Anlass mit dem Präsidenten reisen, ist nichts ungewöhnliches. Es ist in diesem Fall aber interessant, weil Rubio noch bis vor kurzem um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner kämpfte.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Jeder zweite Deutsche erwartet neue Flüchtlingskrise
SPD-Kanzlerkandidat Schulz hat mit seiner Warnung vor einer erneuten Flüchtlingskrise offenbar den Nerv der Deutschen getroffen: Eine große Mehrheit glaubt, dass die …
Jeder zweite Deutsche erwartet neue Flüchtlingskrise
US-Senat stimmt für Verschärfung von Russland-Sanktionen
Der US-Senat hat mit überwältigender Mehrheit neuen Sanktionen gegen Russland zugestimmt. Jetzt muss nur noch Trump unterschreiben - zuletzt gab er sich unentschieden.
US-Senat stimmt für Verschärfung von Russland-Sanktionen
Peinliche Rede: Pfadfinder-Chef entschuldigt sich für Trump
Harte politische Attacken und anzügliche Andeutungen - Donald Trumps Rede bei einer Pfadfinderversammlung kam nicht gut an. Jetzt musste sich der Oberpfadfinder …
Peinliche Rede: Pfadfinder-Chef entschuldigt sich für Trump
Netanjahu fordert Todesstrafe für Terroristen
Nach einer neuen Welle der Gewalt hat sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu für die Verhängung der Todesstrafe für Terroristen ausgesprochen.
Netanjahu fordert Todesstrafe für Terroristen

Kommentare