Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, spricht während einer Veranstaltung der Obama Foundation.
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Michelle Obama spricht über ihre Erfahrungen mit Depressionen.

Offene Worte von ehemaliger First Lady

Michelle Obama spricht über Depressionen - „musste mir eingestehen, was ich durchmache“

  • vonDana Popp
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Michelle Obama spricht über ihre Erfahrungen mit Depressionen während der Corona-Pandemie und ruft dazu auf, mehr über psychische Krankheiten zu sprechen.

Washington, D.C - Die Corona-Pandemie ist für viele Menschen eine psychische Herausforderung. Michelle Obama hat von ihren Erfahrungen mit Depressionen im Lockdown gesprochen. „Ich musste mir eingestehen, was ich durchmache“, verrät die Ex-First-Lady in einem Interview mit dem Magazin People. Sie versucht, in dem Gespräch mit Vorurteilen gegenüber depressiven Erkrankungen aufzuräumen und Stigmatisierungen zu verhindern. Es bestehe keinerlei Grund für Schamgefühle. Wer das Gefühl habe, an Depressionen zu leiden, solle sich Hilfe suchen.

Grund für Michelle Obamas Depression: Pandemie und Rassenkonflikte in den USA

Im vergangenen Sommer hatte Michelle Obama das erste Mal von ihren psychischen Problemen während der Pandemie gesprochen. Dabei sagte sie in ihrem Podcast, dass sie an einer „leichten Depression“ leide. Grund dafür soll aber nicht nur die Corona-Situation in den USA gewesen sein, sondern auch die Rassenkonflikte und die politischen Unruhen. „Allein das Video von George Floyd zu sehen, diese acht Minuten zu erleben. Das ist eine Menge zu ertragen, ganz abgesehen davon, dass man mitten in einer Quarantäne ist.“, sagte Michelle Obama im Interview.

In den USA war es im vergangenen Jahr vermehrt zu Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern gekommen. Bei einer gewaltsamen Festnahme in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota ist der 46-jährige George Floyd gestorben. Ein Polizeibeamter hatte ihm sein Knie fast neun Minuten lang in den Nacken gepresst. Dieser hatte zuvor mehrfach darum gebeten, ihn atmen zu lassen. Die Tat wurde auf Video festgehalten. Diese Woche war der Prozessauftakt gegen den weißen-Ex-Polizisten.

Michelle Obama: Wir müssen „mehr über psychische Gesundheit reden“

In den USA sollen viele Menschen unter den Folgen der Pandemie leiden. Vor allem die psychischen Beschwerden seien ein großes Problem. Laut CNN soll eine Umfrage des Centers for Disease Control im August zu dem Ergebnis gekommen sein, dass fast 41 Prozent der Befragten über psychische Probleme im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie berichteten. Etwa einer von drei Amerikanern gab an, dass sie Symptome einer Angststörung oder Depression erlebt haben. „Deshalb müssen wir mehr über psychische Gesundheit reden. Jeder geht mit Trauma, Angst und den anderen Belastungen unterschiedlich um“ so die ehemalige First Lady.

Familienleben der Obamas in der Pandemie: „Unsere Kinder hatten uns irgendwann satt“

Das Familienleben während der Pandemie ist für viele Menschen nicht einfach. So erging es auch der Familie Obama. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Töchter von Barack und Michelle Obama wieder nach Hause gezogen. Malia, 22, und Sasha, 19, waren eigentlich schon ausgezogen und wohnten im College. In einer Talkshow von Conan O‘Brien erzählte Michelle Obama im September, dass ihre Kinder sie langsam satt hätten. Das Aufeinanderhocken in der Isolation ist scheinbar auch für die ehemalige Präsidentenfamilie nicht einfach.

Michelle Obama soll in dieser Zeit aber auch versucht haben, ihren beiden Töchtern Mut zu machen und ihnen gesagt haben, dass die Zeiten auch wieder besser werden. Die Momente zusammen in der Isolation sollen zwar herausfordernd gewesen sein, aber auch schön. „Diese Zeit hat es uns ermöglicht, einige gestohlene Momente mit unseren Mädchen zurückzubekommen“, so Obama weiter: „Diese zurückgewonnenen Momente haben uns die Welt bedeutet und ich denke, sie haben unsere Beziehungen zu unseren Kindern noch stärker gemacht.“(Dana Popp)

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