+
Der US-Geheimdienst CIA geht davon aus, dass Russland dem damaligen republikanischen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump helfen wollte. Foto: Peter Foley

Obama fordert Aufklärung

CIA: Moskau wollte mit Hackerangriffen gezielt Trump helfen

Der US-Geheimdienst CIA ist sich Medienberichten zufolge praktisch sicher: Russland hat versucht, die Wahl am 8. November zu beeinflussen. Der Wahlsieger Trump weist das zurück.

Washington (dpa) - Der Geheimdienst CIA ist nach Medienberichten "mit hoher Sicherheit" zum Schluss gekommen, dass Russland durch Hackerangriffe gezielt in die US-Wahl eingegriffen hat, um dem Republikaner Donald Trump zu helfen.

Über eine entsprechende geheime Einschätzung hätten CIA-Vertreter in der vergangenen Woche Senatoren in Washington unterrichtet, meldete die "Washington Post" unter Berufung auf informierte Kreise.

Demnach war bisher eher davon ausgegangen worden, dass die Aktionen lediglich darauf ausgerichtet waren, das Vertrauen in das US-Wahlsystem zu untergraben.

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat inzwischen Geheimdienste und Sicherheitsbehörden angewiesen, einen umfassenden Bericht zu den Hackerangriffen vorzulegen. Die Untersuchung soll dem Muster der Cyberattacken auf den Grund gehen und eine Bestandsaufnahme der Sicherheitsvorkehrungen liefern.

Im Wahlkampf war unter anderem das E-Mail-Konto der demokratischen Partei gehackt worden. Tausende Kommunikationen wurden der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt. Die Cyberangreifer waren nach den Erkenntnissen mehrerer US-Geheimdienstbehörden der russischen Regierung nahe stehende Personen.

Sie seien Teil einer breiter angelegten russischen Operation gewesen, Trump zum Sieg über die Demokratin Hillary Clinton zu verhelfen, zitierte die "Washington Post" US-Regierungsbeamte.

Der "New York Times" zufolge beruht die CIA-Einschätzung zum Teil darauf, dass auch das Computersystem des republikanischen Parteivorstands gehackt worden sei. Aber die Russen hätten die auf diese Weise gewonnenen Informationen im Gegensatz zum Fall der Demokraten für sich behalten. Nichts sei zur Veröffentlichung an Wikileaks oder andere Plattformen weitergegeben worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter der Zeitung.

Der republikanische Parteivorstand hat dagegen bisher stets erklärt, dass sein System nicht kompromittiert worden sei.

Das Trump-Team wies die CIA-Einschätzung zurück. "Dies sind die selben Leute, die gesagt haben, dass Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitzt", hieß es in einer schriftlichen Erklärung mit Blick auf geheimdienstliche Erkenntnisse vor dem Irakkrieg, die sich als falsch herausstellten.

Trump selber hatte kürzlich in einem Interview des "Time"-Magazins erklärt, er glaube nicht, dass Russland versucht habe, die Wahl zu beeinflussen. Die Hacker könnten von China kommen, oder "es kann ein Kerl in seinem Haus in New Jersey sein".

New York Times

Washington Post

Was alles schon gehackt wurde: Ziele großer Cyber-Attacken

Trump kommuniziert nach wie vor unverschlüsselt

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FDP und Linke für Einladung Putins zu G7-Gipfel
Politiker von FDP und Linken haben sich dafür ausgesprochen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G7-Gipfel der führenden westlichen Industriestaaten im Juni …
FDP und Linke für Einladung Putins zu G7-Gipfel
Iran will bei US-Ausstieg aus Atomdeal harte Konsequenzen ziehen
Der Iran hat gedroht, bei einem Ausstieg der USA aus dem 2015 geschlossenen internationalen Atomabkommen die Urananreicherung "energisch" wiederaufnehmen zu wollen.
Iran will bei US-Ausstieg aus Atomdeal harte Konsequenzen ziehen
Minister Müller eröffnet Rückkehrerzentrum im Irak
Bagdad (dpa) - Auf seiner Reise durch den Irak beschäftigt sich Entwicklungsminister Gerd Müller mit der Möglichkeit der Rückkehr von Flüchtlingen in ihre Heimat.
Minister Müller eröffnet Rückkehrerzentrum im Irak
Aufregung in saudischer Hauptstadt Riad nach Schüssen nahe Königspalast
In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad haben Schüsse am Samstagabend für Aufregung gesorgt. Dabei soll es sich um eine Drohnenabschuss gehandelt haben. 
Aufregung in saudischer Hauptstadt Riad nach Schüssen nahe Königspalast

Kommentare