+
US-Präsident Barack Obama ruft im Silicon Valley zur Zusammenarbeit von Internetfirmen und Staat gegen Hackerangriffe auf.

Gipfel zur Cybersicherheit

Obama ruft Internetfirmen zur Zusammenarbeit auf

Palo Alto - US-Präsident Barack Obama hat die großen Internetfirmen im Silicon Valley zur Zusammenarbeit mit dem Staat im Kampf gegen Hackerangriffe aufgerufen.

"Das muss eine gemeinsame Mission sein", sagte Obama am Freitag bei einem Gipfel zur Cybersicherheit im kalifornischen Palo Alto. Er unterzeichnete ein Dekret für einen besseren Informationsaustausch zwischen Behörden und Unternehmen, um Cyberattacken von ausländischen Geheimdiensten, kriminellen Vereinigungen oder Terroristen abzuwehren.

"So viele unserer Computernetze und kritischen Infrastruktur sind im Privatsektor, was bedeutet, dass die Regierung dies nicht alleine tun kann", sagte Obama. "Aber Tatsache ist, dass der Privatsektor es auch nicht alleine tun kann, weil die Regierung oft die aktuellsten Informationen über neue Bedrohungen hat." Das Dekret ermöglicht eine engere Kooperation zwischen dem Heimatschutzministerium und Unternehmen, die einfacher an vertrauliche Informationen über die Gefahrenlage im Cyberspace kommen sollen.

Als Antwort auf Cyberattacken wie den Angriff auf das Filmstudio Sony Pictures Ende November hatte Obama im Januar eine Verschärfung der Gesetze angekündigt. Neben der verbesserten Zusammenarbeit von Staat und Privatsektor strebt der Präsident an, den Verkauf von gestohlenen Finanzdaten wie Kreditkarten- und Kontonummern unter Strafe zu stellen. Unternehmen sollen verpflichtet werden, ihre Kunden nach Datenlecks besser zu informieren. Außerdem soll der Justiz eine größere Handhabe gegen von Cyberkriminellen genutzte Netzwerke aus infizierten Rechnern - sogenannte Botnets - gegeben werden.

In den vergangenen Jahren war Obama mit ähnlichen Plänen im Kongress gescheitert. Kritiker befürchten, dass sich der Staat bei einer stärkeren Kooperation mit den Unternehmen im Bereich der Cybersicherheit Zugriff auf private Daten von Internetnutzern verschafft. Seit dem Frühsommer 2013 kamen eine Reihe von Spähprogrammen ans Licht, mit denen der US-Geheimdienst NSA im großen Stil die Internetkommunikation von Menschen rund um die Welt überwacht.

An dem Cybersicherheits-Gipfel am Freitag nahmen Vertreter von Technologiefirmen und Polizeibehörden sowie Wissenschaftler und Datenschutzaktivisten teil. Als einziger Chef eines Internetkonzerns kam Apples Tim Cook zu dem Treffen. In einer Rede pflichtete Cook dem Präsidenten bei, dass der Kampf gegen Hackerangriffe eine "enorme Aufgabe" sei, die kein Unternehmen alleine bewältigen könne. Zugleich forderte er einen stärkeren Schutz privater Daten im Internet auch vor dem Zugriff der US-Behörden.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

#MeToo: Schwedische Ministerin prangert sexuelle Gewalt in der Politik an
Die schwedische Außenministerin Margot Wallström hat sexuelle Gewalt "auf höchster politischer Ebene" angeprangert. Wallström schrieb am Mittwoch auf ihrer …
#MeToo: Schwedische Ministerin prangert sexuelle Gewalt in der Politik an
Kommentar: Keine Symbolpolitik um islamischen Feiertag
Braucht Deutschland einen islamischen Feiertag? Nein, da sind sich viele Politiker einig. Warum Symbolpolitik völlig fehl am Platz ist: ein Kommentar von …
Kommentar: Keine Symbolpolitik um islamischen Feiertag
Anti-Terror-Kampf: Frankreich verschärft Sicherheitsgesetze
Seit fast zwei Jahren gilt in Frankreich der Ausnahmezustand, nun soll er übernächste Woche auslaufen. Doch ein neues Anti-Terror-Gesetz sorgt dafür, dass die Behörden …
Anti-Terror-Kampf: Frankreich verschärft Sicherheitsgesetze
Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin
Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. …
Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Kommentare