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Afroamerikanerin nach Verkehrsdelikt eingesperrt

Obduktion: Tod von Sandra Bland in US-Zelle war Suizid

Houston - Die Justizbehörden im US-Bundesstaat Texas gehen nach dem Tod der 28-jährigen Schwarzen Sandra Bland in einer Gefängniszelle weiter von einem Suizid aus.

Die Behörden in Texas sehen sich nach vorläufigen Autopsie-Ergebnissen darin bestätigt, dass die in einer Gefängniszelle gestorbene Sandra Bland Suizid beging. Ihre Verletzungen deuteten nicht auf Fremdverschulden hin, sagte Staatsanwalt Warren Diepraam am Donnerstag vor Journalisten. Im Körper der Frau seien zudem Hinweise auf Marihuana gefunden worden.

Der „New York Times“ zufolge werfen die Autopsie-Resultate verstärkt die Frage auf, warum die junge Frau in der Zelle nicht wegen Suizidgefahr überwacht wurde. Auch sei sie nicht auf ihren psychischen Zustand hin untersucht worden. Laut Medienberichten hatte Bland Gefängnismitarbeitern gesagt, dass sie im vergangenen Jahr nach dem Verlust ihres Babys versucht habe, sich zu töten. Auch habe sie Episoden von Depressionen erlitten.

Bland soll nach weiteren Berichten auch Drogen genommen haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge deutet das Autopsie-Ergebnis auf starken Konsum hin.

Die junge Schwarze war wegen eines Verkehrsverstoßes festgenommen worden und am 13. Juli im Gefängnis in Hempstead gestorben. Die Polizei hatte von Beginn an gesagt, nach ersten Untersuchungen sei von Suizid auszugehen. Die Familie der 28-Jährigen bezweifelte das.

Blands Festnahme durch einen weißen Polizisten und ihr Tod drei Tage später haben in den USA neue Debatten über Polizeigewalt gegen Schwarze ausgelöst. Bland hatte unweit von Houston mit ihrem Auto die Fahrspur gewechselt, ohne zu blinken. Als ein Polizist sie stoppte, gerieten beide in einen lauten Streit. Sie kam ins Gefängnis wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Die Polizei veröffentlichte ein Video des Vorfalls.

Bland habe laut Autopsie rund 30 Schnittwunden am linken Handgelenk gehabt, berichtete der Sender CNN. Diese seien am Verheilen gewesen. Weitere Wunden an den Handgelenken passten dazu, dass die Frau beim Anlegen von Handschellen Widerstand geleistet habe, wurde der Anklagevertreter zitiert.

Nach Medienberichten hat Blands Familie, die aus dem Raum Chicago kommt, privat eine weitere Autopsie in Auftrag gegeben. Am Samstag soll in Lisle (Illinois) die Beerdigung sein.

dpa

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