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Die Flüchtlingsinitiative "Rostock hilft" begrüßt im Sommer 2015 neu ankommende Asylsuchende

Zustrom „normalisiert sich“

OECD mahnt: Flüchtlinge müssen besser integriert werden

Die OECD sieht den Höhepunkt der Flüchtlingskrise überstanden. Nun müssen sich die Industriestaaten um die Integration der Menschen kümmern, fordert die Organisation.

Paris - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Industriestaaten zu einer besseren Integration von Flüchtlingen aufgerufen. Viele in Europa angekommene Flüchtlinge würden wegen der Unsicherheit in ihren Heimatländern vermutlich über längere Zeit bleiben, schreibt die OECD in ihrem am Donnerstag in Paris vorgestellten Internationalen Migrationsausblick 2017. Deswegen sei jetzt die zentrale Herausforderung, diese Menschen in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren.

Ist der Peak überstanden?

"Der Höhepunkt der Flüchtlingskrise liegt hinter uns", erklärte der OECD-Direktor für Beschäftigung, Arbeit und Soziales, Stefano Scarpetta. So seien in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 72.000 Flüchtlinge an Europas Küsten angekommen - zwölfmal weniger als im zweiten Halbjahr 2015. Jetzt müsse der Fokus darauf gelegt werden, den Menschen bei der Integration zu helfen.

Schweden und Deutschland als Positiv-Beispiel

"Die Integration von Migranten und ihren Kindern - Flüchtlinge eingeschlossen - ist eine zentrale Aufgabe, um eine Zukunft in Wohlstand für alle zu sichern", erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Notwendig ist der Organisation zufolge eine Neuausrichtung der Politik in den einzelnen Ländern, aber auch der internationalen Kooperation. Als positive Beispiele werden Integrationsprogramme in Schweden und das Integrationsgesetz in Deutschland genannt. In anderen Ländern gebe es noch Nachholbedarf.

Meiste Asylanträge in Deutschland

Im gesamten OECD-Raum wurden dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Asylanträge gestellt. An der Spitze stand Deutschland mit mehr als 720.000 Erstanträgen, gefolgt von den USA mit 260.000 Erstanträgen und Italien mit 120.000 Erstanträgen. Der OECD gehören 35 Industrienationen und aufstrebende Schwellenländer an.

Nach dem rasanten Anstieg der Zuwanderungszahlen in Deutschland in den vergangenen Jahren normalisiert sich die Lage nach Einschätzung der OECD aber allmählich. Für 2017 zeichne sich hier eine Entspannung ab, sagte der OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung eines Migrationsberichts. Sowohl beim Zugang von Asylsuchenden als auch beim Zuzug von Menschen aus anderen EU-Staaten sei der Zenit wohl vorerst überschritten. Deutschland habe sich aber als Einwanderungsland etabliert und halte sich hier auf Platz zwei der OECD-Länder - hinter den USA.

2016 sei bei der Migration nach Deutschland vermutlich wieder ein Rekordjahr, sagte Liebig. Abschließende Zahlen dazu lägen noch nicht vor. Er betonte aber: „Deutschland steht im Zentrum der Migrationsdynamik in der OECD.“

AFP/dpa/fn

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