+
Vietnamesische Auszubildende in Chemnitz: 2013 kamen rund 465 000 Zuwanderer dauerhaft nach Deutschland. Der Anstieg war dabei so kräftig wie in keinem anderen OECD-Land. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv

OECD: Zuwanderung in Deutschland auf Rekordkurs

Paris/Berlin (dpa) - Die dauerhafte Zuwanderung nach Deutschland hat im vergangenen Jahr so stark zugenommen wie in keinem anderen Land der OECD. Gleichzeitig gab es klare Fortschritte bei der Integration von Zuwanderern in den deutschen Arbeitsmarkt.

Wie der heute in Paris und Berlin veröffentlichte Internationale Migrationsausblick der OECD zeigt, ist Deutschland nun das gefragteste Zuwanderungsland hinter den USA. Das ergeben die Zahlen für 2013, wobei sich für das laufende Jahr ein weiterer Anstieg abzeichnet, hielt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fest.

Insgesamt mehr als vier Millionen Menschen wanderten 2013 auf Dauer in die 34 OECD-Staaten ein - ein Prozent mehr als im Jahr davor. "Ohne den kräftigen Anstieg in Deutschland wäre die Zuwanderung in die OECD leicht rückläufig", erklärt dazu der Bericht. Auch die Zahl der Asylbewerber nahm deutlich zu - jeder fünfte der 550 000 Bewerber in den OECD-Staaten stellte seinen Antrag in Deutschland. Der Trend sei für die Zuwanderung aber kaum von Bedeutung, weil nur eine Minderheit der Antragsteller auch auf Dauer in Deutschland zugelassen werde.

"Deutschland konnte in den vergangenen Jahren viele Lehren aus der Arbeitsmarktintegration von Migranten ziehen", lobte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. So gab es in Deutschland den stärksten Anstieg bei der Beschäftigungsquote von Zuwanderern.

Nachholbedarf gibt es bei hoch qualifizierten Migranten. Die OECD empfiehlt noch mehr Anstrengungen bei der Anerkennung ausländischer Qualifikationen. Problematisch sei auch, dass viele Jugendliche mit Migrationshintergrund Deutsch schlecht lesen und schreiben können.

Die OECD-Studie zeige, dass eine zügige Anerkennung ausländischer Abschlüsse und eine berufsbezogene Sprachförderung den Grundstein bei der Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt legten, sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). "Deshalb bauen wir diese Bereiche konsequent aus." Weltweite Veränderungen bei der Zuwanderung erörtern OECD-Minister am Dienstag bei einem Treffen in Paris.

OECD-Bericht

OECD-Bericht zu Deutschland

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Regionalregierung: Festnahme ist „Angriff auf die Grundrechte“
Bei einem Referendum stimmten 90 Prozent der Wähler für die Abspaltung Kataloniens von Spanien - die Unabhängigkeit der Region wurde aber noch nicht erklärt. Das zweite …
Regionalregierung: Festnahme ist „Angriff auf die Grundrechte“
Bizarrer Machtkampf bei den Linken
Wagenknecht, Bartsch, Kipping und Riexinger - in der Führungsriege der Linken geht es nicht gerade harmonisch zu. Der Burgfrieden des Wahlkampfs ist dahin. Sorgen um die …
Bizarrer Machtkampf bei den Linken
Ticker zur Österreich-Wahl: FPÖ will Posten des Innenministers 
Nach der Wahl 2017 in Österreich liegt der 31-jährige Sebastian Kurz (ÖVP) klar vorn. Reaktionen, News und das Ergebnis im Live-Ticker zur Nationalratswahl.
Ticker zur Österreich-Wahl: FPÖ will Posten des Innenministers 
Terrormiliz IS verliert inoffizielle Hauptstadt Al-Rakka
In Al-Rakka plante der IS seine verheerenden Anschläge. Nun ist die Herrschaft der Dschihadisten in ihrer heimlichen Hauptstadt zusammengebrochen. Das Ende des selbst …
Terrormiliz IS verliert inoffizielle Hauptstadt Al-Rakka

Kommentare